ZWIELICHT CLASSIC 1

Zwielicht Classic 1 KindleMeine ersten auf dem Kindle gelesenen eBooks: eine neue Erfahrung, aber an sich auch gar nicht sooo neu. Bücherlesen auf Papier macht Spaß. Mir zumindest. Mit dem Reader ist es noch etwas gewöhnungsbedürftig, weil es irgendwie anders ist, was das Anschauen, Befühlen, Beschnuppern und Durchblättern betrifft. Wenn man aber erst mal im Text, in der Story drin ist, dann läuft das Weiterblättern automatisch und mehr oder weniger unbewusst ab – hier wie da. Probleme bereitet es allerdings, die Länge eines Textes zu ermitteln: Im gedruckten Buch geht das über die Seitenzahl ganz leicht, beim eBook lässt sich schwer abschätzen, wie lange man für eine Story oder ein Romankapitel brauchen wird – das kann von Nachteil sein, wenn man nur begrenzte Lesezeit zur Verfügung hat und dann das Ende der Story nicht mehr lesen kann oder mitten im Kapitel aufhören muss. Und noch ein Ärgernis: Der Kindle setzt den Blocksatz aus mir unerfindlichen Gründen nicht immer korrekt um, das schmälert das Lesevergnügen (jedenfalls meins). Der Kindle für PC zeigt alles richtig an, mein Reader nicht … Vielleicht kriegt Amazon das ja durch Updates in den Griff – sollte an sich kein Problem sein, denkt man sich da. Irgendwie kommt es mir jedoch so vor, als befänden sich Teile des Readers oder seines Innenlebens noch im Rohbau. Der Kunde als Versuchskaninchen? Hm, tja, es wird wohl noch einige Zeit brauchen, um mich an das Ding zu gewöhnen*.

Zurück zum ersten eBook auf meinem Kindle: Die ZWIELICHT-CLASSIC-Reihe wird ja, wie kürzlich erwähnt, künftig zweimonatlich erscheinen und für eBook-Leser die Möglichkeit bieten, Horrorstorys & Artverwandtes zu einem günstigen Preis neu- oder wiederzuentdecken. Ausgabe 1, die man seit einigen Tagen erwerben kann, bietet genau das. Die Bandbreite ist recht groß: Von der Zeitreise in Jack The Rippers London über kafkaeske Irrungen und Wirrungen bis hin zum Restaurantbesuch der etwas anderen Art dürfte – mal modern, mal auf eher klassische Art erzählt – für jeden etwas dabei sein. Meine Favoriten waren die Storys von Malte S. Sembten (1998 mit dem Kurd Laßwitz Preis für die beste deutschsprachige SF-Kurzgeschichte ausgezeichnet, Blind Date ist aber meines Erachtens eher eine Horrorstory mit Science-Fiction-Elementen als umgekehrt), Torsten Scheib und Andreas Gruber. Abgerundet wird das Ganze durch Genreartikel (unter anderem über Mr. Psycho Robert Bloch und die deutsche Horror-Heftroman-Szene). Und die Aufmachung – wenn auch, wie schon erwähnt, eBooks für mich noch ungewohnt sind – ist so zweckmäßig, wie sie für meine Begriffe sein kann: Man kann aus dem Inhaltsverzeichnis heraus die einzelnen Erzählungen und Artikel direkt anwählen oder aber mitten im eBook per Tastendruck jeweils zum nächsten Text weiterspringen – was, wie ich feststellen musste, nicht bei jedem eBook möglich ist (es kommt eben auf die Gestaltung durch den Verlag an). Gerade bei Magazinen, Storysammlungen oder Anthologien kann diese fehlende Verlinkung des Inhaltsverzeichnisses ein extremer Nachteil sein – wer liest die schon immer brav der Reihe nach?

So weit, so gut. ZWIELICHT CLASSIC 2 kann kommen.
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* Apropos gewöhnen: Bei einer ICE-Fahrt gestern ist mir aufgefallen, dass nahezu jeder dritte Zugreisende auf irgendeinem elektronischen Spielzeug herumgetippt hat (mit Ausnahme der Ü60-Generation). Wenn man weder Laptop, noch Tablet, noch iPhone oder – tataaaa! – einen Kindle vor sich hat, kommt man sich bei Zugfahrten wohl bald vor wie der letzte Hinterwäldler …

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