Schwarze Jagd

Schwarze JagdSchwarze Jagd ist nach Piratenmond der zweite Roman um den Freibeuter Darian Frey und die kunterbunt zusammengewürfelte Crew seines Luftschiffes Ketty Jay. Fantasy-SF, retro-futuristisch und ein bisschen steampunkig sind Chris Woodings Abenteuerromane – zumindest sind das die Begriffe, mit denen ich sie beschreiben würde. Vor allem jedoch sind sie unterhaltsam. Auf das erste Buch trifft das uneingeschränkt zu, das zweite hat für meinen Geschmack ein paar Längen, ist aber dennoch lesenswert.

Frey und seine Truppe lassen sich wieder auf haarsträubende Abenteuer ein, bei denen stets eine Portion Glück dazugehört, um sie halbwegs unbeschadet zu überstehen. So unterschiedlich die Mitglieder seiner Crew auch sind – jeder besitzt bestimmte Eigenschaften, die sich als hilfreich dabei erweisen, das Glück gelegentlich zu erzwingen, wenn es Spitz auf Knopf steht. Der Auftrag, den Frey annimmt, entpuppt sich natürlich als etwas völlig anderes als das, wonach es zunächst aussieht. Und so tappen – oder fliegen – er und seine Getreuen von einem Schlamassel in den nächsten. Dabei scheut er sich nicht, sich die Hilfe seiner Ex-Zukünftigen zu erschwindeln und mogelt sich durch, wo es nur geht. Dass er dabei nie unsympathisch wirkt, liegt auch an den Schrulligkeiten seiner Mitstreiter und der fiesen Gesinnung seiner Gegner. Er trifft wieder auf seine (heimliche) große Liebe, die Piratenkönigin Trinica, die sich nicht recht entscheiden kann, ob sie ihn abmurksen oder ihm helfen soll. Und so liebten und bekriegten sie sich bis ans Ende ihrer Tage …

Vielleicht bemüht Wooding in Schwarze Jagd die eine oder andere Wendung zu viel. Manche Handlungsmuster wiederholen sich, ebenso der eine oder andere trocken-witzige Dialog, weshalb ich oben die „Längen“ erwähnt habe. An verschiedenen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor nicht noch einen zusätzlichen Schlenker macht, sondern die Handlung weiter vorantreibt, aber alles in allem wurde mir beim Lesen nie langweilig. Mal sehen, ob Wooding für den dritten Roman The Iron Jackal beherzigt hat, was er auf seiner Homepage zu dessen Entstehung geschrieben hat: Zu viele Storylines, zu viele diffuse Plotwendungen und dadurch zu wenig Tempo sind dem Unterhaltungswert eines Piratenabenteuers abträglich. Das war schon bei den Fortsetzungen der Jack-Sparrow-Filme so, und das scheinen mir auch beim zweiten Darian-Frey-Schmöker die Problemchen zu sein, die ihn gegenüber dem rasanten und sehr unterhaltsamen Piratenmond etwas abfallen lassen. Aber nur etwas, wohlgemerkt.

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