Game of Thrones

Fantasy ist bei meinem Phantastik-Lesestoff so etwas wie ein Stiefkind. Science Fiction und Horror stehen im Vordergrund, vielleicht auch deshalb, weil ich gern Thriller lese und die sich eher mit SF oder Horror kombinieren lassen. Trotzdem gibt es Fantasystoffe, die mich begeistern – vor allem in der filmischen Umsetzung, muss ich gestehen. Der Herr der Ringe und die Narnia-Verfilmungen gehören dazu, ebenso zahlreiche Superhelden-Streifen (auch wenn das keine klassische Fantasy ist), und mittlerweile auch Game of Thrones, von dem ich die ersten beiden Staffeln mit wachsender Begeisterung angeschaut habe.

Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin hätte mich eigentlich auch als Lesestoff schon immer gereizt (die Bücher stünden sogar bereit, da mein Bruder sie in mehreren Ausgaben besitzt), aber vor solch umfangreichen Epen, die noch dazu nicht abgeschlossen sind, schrecke ich regelmäßig zurück. Um überhaupt mal was von ihm zu lesen, hab ich mir vor einigen Jahren Dead Man River und Armageddon Rock besorgt – beides auf ihre Art tolle Romane.

Die HBO-Miniserie scheint sich recht eng an Martins Romanen zu orientieren, jedenfalls hat sich der Autor so geäußert, der die Produktion in verschiedenen Funktionen begleitet. Dass Game of Thrones mich vor die Glotze fesseln würde, hatte ich nach den Lobpreisungen schon fast erwartet, und so kam es dann auch. Vor der zweiten Staffel hab ich mir die erste nochmal in mehreren Abendsitzungen reingezogen, und jetzt warte ich gespannt auf die dritte.

Kinoqualität umschreibt die 60-Minuten-Filme nicht angemessen, denn im Kino lief und läuft vieles, was dieser Miniserie nicht das Wasser reichen kann, nicht einmal annähernd. HBO klotzt in jeder Hinsicht: tolle Darstellerriege, prächtige Drehorte und Kulissen, klasse Kostüme; der guten, vielschichtigen Story absolut angemessen. Wobei – deutlich weniger, sprich kostengünstiger, hätte es auch nicht sein dürfen, denn dann wirkt es schon wieder billig und mutet nach Sechzigerjahre Studiokulisse an. So ist den Machern allerbeste Unterhaltung gelungen, die Fantasy nicht märchenhaft verklärt, sondern die ans Mittelalter angelehnte Welt von Westeros möglichst realistisch und hautnah darstellt. Viele Charaktere sind ambivalent, Schwarz-Weiß-Malereien gibt es kaum. Das einzige, was mich bei beiden Staffeln wirklich gestört hat, war das Ende – ich hätte nämlich gern gleich weitergeschaut.

Zwischendurch hab ich mich gefragt, ob § 1 der Verträge mit den Schauspielern lautet: „Der Darsteller verpflichtet sich, zu jeder Zeit hüllenlos vor der Kamera aufzutreten, wenn es der Regisseur für erforderlich hält.“ In Fernsehserien war mir so viel nackte Haut zuvor nicht untergekommen, allerdings bin ich kein großer Serienfan und weiß nicht wirklich, wie es in anderen aktuellen Serien zugeht. Bei Raumschiff Enterprise, Rauchende Colts oder Daktari gab es so etwas natürlich nicht, aber das waren noch ganz andere Zeiten … Von den neueren Serien bzw. Miniserien kenne ich neben Firefly und der ersten Staffel von Lost eigentlich nur Band of Brothers und The Pacific (beide ebenfalls von HBO), die in ihrer realistischen Darstellung ja auch weit über das hinausgehen, was man früher in der Flimmerkiste zu sehen bekam. Wie dem auch sei: Wenn Miniserien wie die beiden Letztgenannten oder Game of Thrones laufen, dann lege ich meine Serienscheu gerne ab und setz mich vor die Glotze.

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