Live-Story (1)

Ich wage mal ein Experiment: Zu Halloween hab ich in den letzten Jahren meist eine Horrorstory in meinem Blog veröffentlicht und habe vor, dieses Jahr Ende Oktober wieder eine hier reinzustellen. Teilweise waren das Kurzgeschichten, die zuvor schon irgendwo abgedruckt worden waren, letztes Jahr war es eine, die erstmals in Schreibkram & Bücherwelten veröffentlicht wurde. Die Story fürs Jahr 2013 möchte ich speziell für diesen Oktober-Blogeintrag schreiben – und zwar sozusagen live hier im Blog. Das heißt, ich werde jeweils den Textteil, den ich in einem Rutsch geschrieben habe, anschließend hier im Blog veröffentlichen. Keine Ahnung, wie es laufen wird oder wie lange ich dafür brauche. Ich hab nur einen groben Plan, worum es in der Geschichte geht, die Details werde ich dann spontan ausarbeiten. Einen Titel für die Geschichte hab ich auch noch nicht – kommt Zeit kommt Rat (und bis Ende Oktober ist ja noch massig Zeit).

Für Kommentare und Hinweise zu den Storyteilen bin ich offen und dankbar. Ich werde sie berücksichtigen, soweit ich es für sinnvoll erachte – so mache ich es ja sonst auch, wenn ein Testleser eine Geschichte gelesen und kommentiert hat. Die endgültige Fassung werde ich dann zu Halloween 2013 ins Blog stellen – wer mag, kann dann ja mal vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Angefangen hab ich kürzlich sehr früh am Morgen, als ich nicht mehr schlafen konnte, bin aber schon nach wenigen Absätzen steckengeblieben, weil unsere schwarzweiße Mäusejägerin hereingeplatzt ist und mir voller Stolz ihre noch quicklebendige Beute quasi direkt vor die Füße gesetzt hat. Seitdem hab ich nicht weitergeschrieben. Diese Live-Blog-Aktion soll mir selbst nun auch als Motivation dienen, um bei der Geschichte am Ball zu bleiben (in letzter Zeit hab ich aus verschiedenen Gründen leider so gut wie nichts Neues geschrieben – vielleicht ist dies auch nur der verzweifelte Versuch, das zu ändern).

Mal sehen, was daraus wird. Alles ist möglich, denn nicht jede Geschichte, die ich bisher angefangen habe, ist dann auch irgendwann mal fertig geworden (manchmal ist der Wurm drin, und Würmer mag ich nicht essen, ebenso wie Mäuse übrigens).

Als Ausgangspunkt für die Geschichte hatte ich folgende Notizen:

Beim Aushöhlen der Kürbisse für die Halloweendeko kriechen madenartige Viecher aus dem Kürbisfleisch (Kürbisse stammen von einem fahrenden Händler?). Die Eltern und der große Bruder von X und Y räumen das stinkende Zeug weg. Als der große Bruder X und Y auf die abendliche Süßes-oder-Saures-Tour begleitet, gehen seltsame Veränderungen in ihm vor. Und nicht nur in ihm, auch anderswo in der Kleinstadtsiedlung.
Popcornstory

Und jetzt also der Anfang der Geschichte, noch roh und unbearbeitet (der Rest folgt in kleinen oder größeren Happen in der nächsten Zeit):

Livestory2013

»Der Kürbis stinkt!«, rief Sally aus und rümpfte die Nase.

Der jüngste Spross der Familie Bowden hatte recht: Das Innenleben dieses Kürbisses roch tatsächlich eigenartig. Irgendwie faulig, obwohl das Fleisch und die Kerne tadellos aussahen.

»Na ja«, sagte ihr Vater, »so ein Kürbis müffelt halt ein bisschen streng. Ich würde nicht sagen, dass er stinkt

»Letztes Jahr haben die Kürbisse aber anders gestunken!«, widersprach Sally.

»Das ist die Hirnmasse dieses Kürbismannes«, warf ihr großer Bruder ein. »Wenn man dir die Rübe abhacken und deinen Kopf ein paar Tage liegen lassen würde, dann würde dein Gehirn auch stinken.«

»Falls da überhaupt eins drin ist«, ergänzte Dennis und tippte Sally mit dem Zeigefinger an die Schläfe.

»Steven! Dennis!« Ihre Mutter warf ihnen strafende Blicke zu. »Müsst ihr eure Schwester immer ärgern? Ihr macht Sally doch Angst!«

»Aber es ist doch Halloween, da gehört das dazu.« Steven zuckte die Achseln.

»Ja, und dann kann sie wieder die halbe Nacht nicht schlafen! Sie ist erst acht Jahre alt. Ihr verderbt ihr den ganzen Spaß an Halloween.«

»Ich hab keine Angst!«, protestierte Sally und kräuselte die Stirn. »Ich bin ein Geist, und ich erschrecke die anderen!«

»Erst heute Abend, Spatz«, sagte Mr. Bowden.

»Aber nicht zu lange«, warnte Steven. »Heute ist Samstag, und ich will mit den Jungs auf Malcolms Party.«

»Aber nicht zu lange«, entschied Mrs. Bowden, »du bist erst siebzehn. Um Mitternacht bist du zu Hause.«

»Och Mann!«, maulte Steven und schaute seinen Vater an. »Du hast versprochen, dass ich bis zwei wegbleiben darf, wenn ich Dennis und Sally auf ihre Gespenstertour begleite.«

»Stimmt das?«, fragte Mrs. Bowden mit einem prüfenden Seitenblick.

»Ja«, räumte Mr. Bowden ein. »Steven wird im Frühjahr volljährig, wir können ihn nicht mehr anbinden wie Dennis.«

»Ich bin auch zu alt fürs Anbinden«, sagte Dennis.

»Steinalt, du Ärmster, ich weiß«, seufzte Mrs. Bowden. »Mit deinen gerade mal elf Jahren …«

Livestory2013

Diese Einleitung ist im Prinzip nichts anderes als die Vorstellungsrunde, für die man in einer Kurzgeschichte ja nicht ewig Zeit hat. Trotzdem mag ich nicht schreiben: Die Familie Bowden saß am Küchentisch. Die Eltern höhlten zusammen mit ihren Kindern, Steven (17), Dennis (11) und der achtjährigen Sally Kürbisse für die Halloweendeko aus. Da klingt dann doch zu plump, oder?

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