Ray Bradbury – Poet des Raketenzeitalters

Heute vor einem Jahr verstarb ein Großer der Schreibzunft im Alter von 91 Jahren: Ray Bradbury.

Bradbury war für mich schon immer ein Phänomen. Die ersten seiner Short Stories hab ich während meiner Schulzeit gelesen. Seinen Storyband Der illustrierte Mann hab ich damals erst verschlungen und dann als Vorbild für eigene Schreibversuche herangezogen, ohne Bradburys Stil auch nur annähernd hinzubekommen. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der er Geschichten erzählt hat, sein mitunter fast poetischer Tonfall und sein Ideenreichtum sind für mich in dieser Kombination einzigartig. Bradbury war sehr produktiv und hat Auszeichnungen gesammelt wie andere Leute Briefmarken.

R.Bradbury Poet des RaketenzeitaltersIn der Reihe SF-Personality des Berliner Shayol Verlags ist nach seinem Tod mit Ray Bradbury – Poet des Raketenzeitalters ein sehr schöner Band über den Schriftsteller erschienen, der für jeden Bradbury-Fan eigentlich ein Must-Have ist. Hardy Kettlitz hat darin mehr Interessantes und Wissenswertes über den Autor der Mars-Chroniken und von Fahrenheit 451 zusammengetragen, als ich zusammengenommen irgendwo anders über ihn gefunden habe: Anekdoten aus seinem Leben, über seine Familie, Ehe und Freunde (Trickfilmspezialist Ray Harryhausen war beispielsweise Bradburys Trauzeuge) und natürlich alles über sein Werk von den Anfängen mit ersten Short Stories und einem selbst herausgegebenen Fanzine über seine Romane und Storysammlungen bis hin zu seiner Arbeit an Drehbüchern wie dem für John Hustons Meisterwerk Moby Dick.

Die Bibliographie enthält nicht nur Entstehungs- und Veröffentlichungsdaten sowie kurze Inhaltsangaben; zu vielen Publikationen, in denen Bradburys Erzählungen erstveröffentlicht wurden, findet man auch Coverabbildungen. Diese Cover von Weird Tales, Amazing Stories, The Magazine Of Fantasy And Science Fiction, Thrilling Wonder Stories usw. könnte ich stundenlang betrachten – einziger Wermutstropfen: sie sind leider schwarzweiß (Farbe wäre aber wegen des Buchpreises wohl nicht machbar gewesen). Somit kriegt man für sein Geld nicht nur ein tolles Buch über Ray Bradbury, man erhält auch einen Einblick in die Welt der US-Phantastikmagazine des 20. Jahrhunderts.

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