Das Fest der Schlangen

Das Fest der SchlangenVon Stephen Dobyns hatte ich bislang weder etwas gehört noch gelesen. Auf seinen Roman Das Fest der Schlangen bin ich eher zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung gestoßen. Das Cover stach schon allein aufgrund seiner Farbgebung aus den Einheitscovern anderer Thriller heraus, zudem fand ich den Titel interessant. Näher angeschaut hab ich mir das Buch aber letztlich wohl wegen etwas, auf das ich normalerweise nicht allzu viel gebe: Im Blurb schwärmt Stephen King (dessen Namen man in diesem Zusammenhang häufig lesen kann …) in den höchsten Tönen von Autor und Buch. Und damit hat er – zumindest in diesem Fall – absolut Recht. Im Stil erinnert Dobyns’ Roman ein wenig an Kings Werke, vor allem was die detaillierten Schilderungen zu den Personen inklusive Nebenfiguren und dem Ort betrifft, an dem seine Geschichte angesiedelt ist. Aber auch Kings Talent, Zwischenmenschliches und Abgründiges lebensecht und hautnah darzustellen und dadurch knisternde Spannung zu erzeugen, wurde Dobyns in die Wiege gelegt.

Brewster könnte man als typische US-amerikanische Kleinstadt bezeichnen, wie auch King sie gern als Schauplatz seiner Romane wählt. Die Bewohner und die örtliche Polizei sind nicht im Ansatz auf das vorbereitet, was plötzlich auf sie zurollt: Zunächst verschwindet ein Neugeborenes aus der Säuglingsstation des Krankenhauses, in seinem Bett liegt eine Schlange. Dann wird ein Mann ermordet und skalpiert – das Haarteil wurde offensichtlich als Trophäe mitgenommen. Bei dem einen Toten bleibt es nicht, auch nicht bei dem einen Vorfall mit Schwangeren und Neugeborenen. Außerdem verhalten Kojotenrudel sich plötzlich so, wie sie sich normalerweise nicht verhalten und werden zur Bedrohung für die Stadtbewohner. Satanisten werden verantwortlich gemacht, aber auch unter ihnen geht die Angst um. Allmählich baut sich eine Atmosphäre der Furcht auf, die Lage spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu.

Stephen Kings Unart, mitunter zu sehr aus- und abzuschweifen, könnte man in abgeschwächter Form auch Dobyns zuschreiben – allerdings war es mir nur in den ersten Kapiteln zu viel, im Lauf des Romans gibt sich das wieder. Dobyns’ Stil ist teilweise ungewöhnlich, Sätze wie in etwa „Betrachten wir nun diesen Stadtteil / diese Familie etwas näher“ liest man anderswo nicht so häufig, aber auch das verliert sich zusehends. Oder ich hab es mit steigender Spannung nicht mehr wahrgenommen, denn der Roman entwickelt sich sehr schnell zum Pageturner. Den Namen Stephen Dobyns werde ich mir auf jeden Fall merken. Erschienen ist das Paperback bei C. Bertelsmann.

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