Kalt wie Stahl

Kalt wie Stahl bildet nach Eiskalt erwischt und Bitterkalt den Abschluss von Dan Simmons’ Joe-Kurtz-Trilogie. Die Bücher sind im Grunde jeweils in sich abgeschlossen, da sie aber aufeinander aufbauen, sollte man sie in der richtigen Reihenfolge lesen. Sie haben etwa zehn Jahre auf dem Buckel, wurden aber erst jetzt ins Deutsche übertragen und sind im Festa Verlag in der neuen Sparte Crime erschienen.

Kalt wie StahlIm dritten und mit Abstand umfangreichsten Roman werden Kurtz’ Verstrickungen in die Auseinandersetzungen rivalisierender Mafia-Familien fortgeführt. Seit er im Gefängnis den Junior einer dieser Familien kennengelernt hat, wird er den Mob nicht mehr los. Im Knast saß Kurtz, weil er den Mörder seiner Freundin umgebracht hat. Seitdem lebt er in einer Halbwelt, in der eigene Gesetze und das Recht des Stärkeren gelten. Mit seiner alten Bekannten Arlene hat er nach der Haftentlassung eine Agentur für Nachforschungen gegründet, eine staatliche Lizenz als Privatdetektiv kriegt er aufgrund seiner Vorstrafe nicht. Seine Qualitäten als Spürhund bringen ihm immer wieder Aufträge der Mafia ein. Diesmal sogar von gleich zwei Familien, deren Zwischenhändler und Straßendealer von einer dritten Partei einer nach dem anderen umgebracht werden und die endlich wissen wollen, wer hinter diesen Morden steckt. Außerdem wird Kurtz von einem Unbekannten angeschossen, der auch seine Bewährungshelferin lebensgefährlich verletzt – und wer Kurtz kennt weiß, dass er nicht locker lässt, bevor er den Schützen nicht ausfindig gemacht und ins Jenseits befördert hat.

Simmons fährt im 3. Kurtz-Roman noch einmal alles auf, was er dem Leser auch schon in den ersten beiden Büchern geboten hat und legt sogar noch eine Schippe drauf: Kurtz ist bei der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich, und wenn er Krieg gegen Gangster führen muss, dann führt ihn der ehemalige Militärpolizist notfalls auch im Kampfhubschrauber mit MG und Panzerfaust. Moralische Bedenken hat er nur, wenn sie ihm gerechtfertigt erscheinen. Die Kurtz-Romane sind vor allem dies: rasant und mit einem kräftigen Schuss Hardboiled-Zynismus erzählt. Eins sind sie ganz sicher nicht: langweilig.

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