HORROR FACTORY

Kürzlich hab ich angekündigt, dass Ende Oktober mein erster Kurzroman Tief unter der Stadt bei Bastei Lübbe erscheint. Zum Roman selbst möchte ich noch gar nicht so viel verraten – bis zum 30.10. ist es ja noch ein Weilchen hin –, sondern vielmehr zur Reihe, innerhalb der er herauskommen wird, ein paar Worte mehr verlieren als in der ersten Ankündigung.

Die HORROR FACTORY ist eine neue Reihe bei Bastei Lübbe, in der Horror-Kurzromane als digitale Erstveröffentlichungen erscheinen. Sie ist keine neue Heftromanserie und soll sich explizit von den Heftromanen abgrenzen. Die Autoren haben hier freie Hand, jeder entwickelt und schreibt seinen eigenen Kurzroman (oder ihren Kurzroman, denn nachdem das erste gute Dutzend Romane ausschließlich von männlichen Autoren stammt, werden später in der Reihe auch weibliche Autoren vertreten sein). Es gibt weder vorgefertigte Exposés noch vorgegebene Protagonisten, demzufolge natürlich auch keinen Seriencharakter mit wiederkehrenden Personen oder übergeordneten Handlungssträngen. Jeder Kurzroman ist in sich abgeschlossen, Stil und Genremix können variieren. Und das macht es für die Autoren so interessant – gerade für Autoren, die auch gern Kurzgeschichten oder Novellen schreiben (wobei jeder die Abgrenzung von Novelle zu Kurzroman und Roman an anderen Kriterien festmacht).

Ein Kurzroman bietet den Vorteil, dass ganz andere Plots möglich sind als bei Kurzgeschichten, dass man sich aber innerhalb eines überschaubaren Rahmens und einer überschaubaren Zahl von handelnden Personen bewegen kann, ohne die Geschichte in epische Breite zu ziehen – ein Vorteil sowohl für den Autor als auch für den Leser wohlgemerkt (sofern man als Leser eben auch gern mal zu Erzählungen greift, die zwischen der Short Story und dem dicken Romanwälzer angesiedelt sind). Da jeder Autor im Prinzip freie Hand hat, sind – in Absprache mit dem Herausgeber Uwe Voehl – auch Fortsetzungen denkbar, wie es sie im Rahmen von SF- oder Fantasy-Taschenbuchveröffentlichungen zuhauf gibt. Uwe Voehls eigener Beitrag zur Reihe beispielsweise ist auf ein Sequel hin ausgelegt. Unterm Strich kann man also sagen: Die Romane innerhalb der HORROR FACTORY unterscheiden sich gar nicht so sehr von Hardcover- oder Taschenbuchveröffentlichungen, sie sind nur keine 300 oder 600 Seiten lang.

Die HORROR FACTORY ist natürlich auch eine Art Experiment, in dem der Verlag mit seiner Sparte Bastei Entertainment die neuen und künftigen Möglichkeiten der digitalen Publikationsformen austesten möchte. eBooks haben im deutschsprachigen Raum in den letzten ein, zwei Jahren einen Stellenwert eingenommen, demzufolge man sie nicht so einfach links liegen lassen kann, auch wenn das Printbuch in der Gunst der Leser hierzulande noch weit vorne liegt (ich kenne keine konkreten Zahlen, aber in den USA, die hier wohl eine Vorreiterstellung einnehmen, scheint das nicht mehr so eindeutig der Fall zu sein). Allerdings weiß derzeit wohl niemand so genau, wohin die Reise letztlich gehen wird. Es bleibt spannend, auch für die Verlage, den Weg weiter zu beobachten.

Die Kurzromane der HORROR FACTORY erscheinen als eBook und Hörbuch zum Audio-Download. Nicht zuletzt der Erfolg der Reihe wird wohl mitbestimmen, welche weiteren Publikationsformen eventuell noch dazukommen.

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