Im hohen Gras

Ich war lange Zeit eBook-Skeptiker, aber man lernt ja schließlich dazu (manchmal jedenfalls). Inzwischen hab ich den Kindle-Reader seit etwa einem Jahr und nutze ihn häufiger als in der Anfangszeit (was natürlich auch an der HORROR FACTORY liegt, die ich wirklich empfehlen kann – nicht nur, weil in der Bastei-Lübbe-Reihe in vier Wochen mein erster Kurzroman erscheint). Ich mag nach wie vor das Gefühl, ein Buch aus Papier in der Hand zu halten und darin zu blättern, hab es aber gerade in den letzten Tagen zu schätzen gelernt, auf dem vergleichsweise leichten Reader zu lesen, weil es mir aufgrund von Rückenschmerzen schwer gefallen ist, einen der Ziegelsteine zu halten, die ich eigentlich als nächstes lesen wollte (wahlweise einen Brandhorst, Eschbach, Hill oder Wolf) und lobe mir den Luzifer Verlag, bei dem man zu einem gekauften Printbuch das eBook gratis dazubekommt.

Im hohen GrasDer Reader ist nicht nur leicht, man kann damit auch Sachen lesen, die man ohne das Medium eBook sonst wohl nicht zu lesen bekommen würde. Dazu gehört auch die Novelle Im hohen Gras, die Stephen King zusammen mit Sohnemann Joe Hill geschrieben hat. Eine Erzählung dieser Länge gäbe es als dünnes Taschenbüchlein im Regelfall wohl kaum zu kaufen – und wenn, dann nur zu einem unverhältnismäßig hohen Preis. In den USA wurde die Novelle ebenfalls ausschließlich als eBook veröffentlicht. Bei Heyne ist sie mit zwei Leseproben aus den neuesten Romanen der Herren King und Hill garniert, Doctor Sleep und Christmasland, und erfüllt somit auch einen Werbezweck.

Der Titel Im hohen Gras umschreibt schon recht gut, worum es in der Erzählung geht: Cal und seine schwangere Schwester Becky fahren an einer großflächigen Wiese mit übermannshoch gewachsenem Gras vorbei. Als ein Hilferuf ertönt, stellen sie ihren Wagen ab und machen sich auf die zunächst vergebliche Suche nach dem Jungen, der gerufen hat. Einmal ins Dickicht vorgedrungen, müssen sie feststellen, dass dies keine gewöhnliche Wiese ist. Wohin sie sich auch wenden, sie finden keinen Rückweg aus der grünen Hölle, wo noch ganz andere Gefahren lauern, als sich zu verlaufen …

Stephen King und Joe Hill haben eine spannende und teilweise heftig ausgefallene Horrornovelle abgeliefert. Kein literarisches Meisterwerk, aber kurzweilige Unterhaltung. Wer welche Teile geschrieben hat, konnte ich nicht feststellen; alles liest sich wie aus einem Guss. Erinnert hat mich die Novelle an Kings Geschichten aus seiner Storysammlung Nachtschicht – im positiven Sinne, wohlgemerkt.

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