Kill Decision

Kill DecisionDaniel Suarez hat mich bereits mit Daemon und Darknet überzeugt. Der in Kalifornien lebende Autor schreibt rasante und hochspannende Technothriller wie Michael Crichton in seinen besten Tagen. Waren es in den ersten beiden Romanen noch das Internet und Infiltrationsprogramme, die eine tödliche Gefahr heraufbeschwören, so beherrschen diesmal autonom agierende Kampfdrohnen das Geschehen. Sie handeln wie ein kriegerisches Ameisenvolk, das jeden Gegner angreift und vernichtet, der sich in sein Territorium wagt. Und im Gegensatz zu Säugetieren kennen Insekten kein Pardon: Auch ein Gegner, der sich ergibt, wird gnadenlos ausgelöscht. Was geschieht also, wenn man einem Kampfverband von zigtausend Minidrohnen suggeriert, ein Mensch, ein Fahrzeug oder ein Gebäude sei ein Gegner, der das eigene Territorium bedroht?

Suarez schickt eine Ameisenforscherin und ein Team von Militärspezialisten in einen aussichtslos erscheinenden Kampf. Aussichtslos auch deshalb, weil sich mit dieser neuen Waffentechnologie ein Vermögen verdienen lässt und jeder, der genug Geld investiert, mit solchen Drohnenverbänden jede militärische Eskalation provozieren kann, die er provozieren möchte. Denn diese Drohen sind nicht ferngesteuert, und wenn sie erst einmal in Marsch gesetzt sind, lässt sich kaum noch zurückvervolgen, wer sie losgeschickt hat. So erscheint die Mission von Suarez’ Protagonisten zwischendurch immer wieder ausweglos – trotzdem finden sie Mittel und Wege, um zumindest am Leben zu bleiben. Die Charakterzeichnungen sind vielleicht verbesserungswürdig, und gelegentlich blitzt Hollywood im Hintergrund etwas zu stark auf, aber für mich war das kein großes Manko.

Die Technik, die Suarez hier beschreibt – nicht nur in Bezug auf die Drohnen, sondern auch in Bezug auf Militärausrüstung, die das Spezialteam einsetzt – ist nicht nur atemberaubend, sie wirkt für den Laien auch absolut real. Wie viel davon zum jetzigen Zeitpunkt noch Science Fiction ist und wie viel technisch bereits umsetzbar oder gar im Einsatz, kann ich nicht sagen. In jedem Fall zeichnet Suarez wieder einmal eine Schreckensvision, bei der einem angst und bange werden kann. NSA-Spähaffären und WikiLeaks-Enthüllungen sind dagegen reinste Kindergartenspielchen. Und wie bei den beiden Vorgängerromanen gilt: Verfilmung ausdrücklich erwünscht!

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