Maskenhandlungen

MaskenhandlungenDie besten Horrorgeschichten von Malte S. Sembten, herausgegeben von Hardy Kettlitz, und das Ganze noch dazu beim Golkonda Verlag, der in den letzten Jahren eine feine Auswahl für seine Bücher getroffen und auch mit der erstklassigen Gestaltung Maßstäbe gesetzt hat (etwa bei den Storybänden von David Marusek und Ted Chiang oder bei meinem Lieblingsbuch aus dem Jahr 2013 von Jo Walton): Als ich dazu die erste Vorankündigung gelesen hab, war die Vorfreude groß, und zwar zurecht, wie sich jetzt herausgestellt hat. Ich hab ein von Autor, Herausgeber und Illustrator signiertes Exemplar ergattert, das von s.BENeš – wie gewohnt – exzellent gestaltet wurde. Man möge mir meine sich wiederholende Schwärmerei über die Golkonda-Bücher verzeihen, aber der Berliner Verlag bedient mich Büchernarr nun mal auf eine Art und Weise, die mich immer wieder ins Schwärmen bringt. Punkt.

Jetzt aber zu Maskenhandlungen und den Storys, denn die sind es natürlich, die mich zum Kauf bewogen haben – schön gestaltete Bücher ausschließlich zum Sammeln stell ich mir normalerweise nicht ins Regal, wenn mich der Inhalt nicht interessiert. Malte S. Sembten veröffentlicht seit über zwanzig Jahren Storys, und die allermeisten davon dürften dem Horrorgenre zuzuordnen sein, wobei die SF gelegentlich mehr als nur eine Zaungastrolle einnimmt. Aus diesem Fundus wurden nun 14 Erzählungen ausgewählt und zusammengefasst – Erzählungen, die Sembtens große Bandbreite als Autor widerspiegeln. Vom KLP-prämierten und somit der Science Fiction zugerechneten Blind Date über das drastisch geschriebene, im SM-Umfeld angesiedelte Telefonspiele bis zum Lovecraft-orientierten Die Krakelkult-Kampagne und dem von Poe inspirierten Der Spukpalast deckt Sembten vieles ab, was das Genre ausmacht. Und passt dabei seinen Stil jeweils so an, wie es das Sub-Genre erfordert. Fabian Fröhlich hat alle Storys illustriert und mit seinen Maskenvignetten darüber hinaus ein stimmiges Gesamtkunstwerk für den Büchersammler geschaffen.

Best-Of-Sammlungen haben natürlich den Nachteil, dass dem eifrigen Leser und Sammler nicht nur – oder fallweise sogar wenig – Neues geboten wird, trotzdem wünsche ich mir, dass es mehr davon geben möge.

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