Krieg der Klone

Bevor ich den neuen Scalzi-Roman anfange, hab ich nochmal den Krieg der Klone aus dem Regal geholt, mit dem sozusagen alles begann: KVA-alte-Säcke- und überhaupt scalzimäßig. Sprich: das war das erste Buch, das ich von John Scalzi gelesen habe, und Die letzte Einheit wird dann tatsächlich das zehnte (wobei er bei Metatropolis in erster Linie als Herausgeber fungiert hat).

Krieg der KloneDie KVA, also die Koloniale Verteidigungsarmee, rekrutiert ihre Soldaten in erster Linie aus 75-Jährigen, die sich dazu verpflichtet haben, im fortgeschrittenen Rentneralter nochmal die Springerstiefel zu schnüren (Stallone und Schwarzenegger lassen grüßen!) – allerdings auf andere Art und Weise, als sie es sich vorgestellt haben: Sie erhalten keine Frischzellenkur, stattdessen werden ihr Geist, ihr Wissen und all ihre Erfahrung in einen jungen, gen-optimierten Klonkörper übertragen, mit dem sie den Gefahren, die draußen im All lauern, zumindest etwas besser gewachsen sind als normale Menschen. Bei ihren Einsätzen wird Diplomatie nicht unbedingt großgeschrieben, oft steht das Motto „Friss oder stirb“ drüber. In mehreren Romanen, angefangen mit Geisterbrigaden, hat Scalzi die Geschichte seiner Klonsoldaten fortgeschrieben und dem Ganzen immer neue Facetten hinzugefügt. Scalzi scheint sich dabei manchmal in aberwitzigen Plotwendungen zu verheddern, kriegt aber die Kurve immer wieder. Sein mitunter komödiantisches Erzähltalent hat ihm schließlich mehrere SF-Preise eingebracht. Auch wenn Krieg der Klone und die Fortsetzungen nicht ganz an Meisterwerke der Military-SF wie etwa Das große Spiel von Orson Scott Card oder Der ewige Krieg von Joe Haldeman herankommen, sind es doch sehr unterhaltsame und gelegentlich zum Nachdenken anregende Romane geworden, in denen es auch darum geht, was das Menschsein ausmacht. Daher bin ich gespannt auf Die letzte Einheit, wo die Klon-Story in dreizehn Episoden, die in den USA vorab einzeln digital unter dem Titel The Human Division veröffentlicht wurden, weitererzählt wird.

Die letzte EinheitBei der Covergestaltung hat der Heyne Verlag für den neuen (Episoden-)Roman doch tatsächlich eine schickere Gestaltung gewählt und ist von dem Laser-Raumschiff-Motiv abgekommen, das sich auf etlichen ins Deutsche übersetzten Scalzi-Büchern findet und mit den Romanen oft wenig bis nichts zu tun hat. Auch diesmal trifft das Cover den Inhalt nicht ganz, aber jedenfalls besser als vorher. In seinem Whatever-Blog hat Scalzi sich mehrfach zu dieser Umschlaggestaltung geäußert und daraus – auf typische Scalzi-Art – einen Running-Gag gemacht.

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