Nollops Vermächtnis

Zwischendurch mal ein Lesetipp, den ich von meinem Bruder bekommen habe und unbedingt hier im Blog weitergeben muss: Nollops Vermächtnis ist keine Phantastik, aber trotzdem ein fantastisches Buch.

Nollops VermächtnisMark Dunn hat sich in den USA als Autor von Theaterstücken einen Namen gemacht. In seinem Romanerstling lässt er den Leser in Briefwechseln miterleben, welche Auswirkungen die absurde Entscheidung eines Inselrates auf die Bewohner hat. Der Namensgeber des Eilandes hat ein Vermächtnis in Form eines Spruches hinterlassen, in dem alle 26 Buchstaben des Alphabets vorkommen. Verewigt ist der Spruch auf einem Denkmal, und als der Buchstabe Z vom Denkmal herunterfällt, weil sich der Kleber gelöst hat, wird dies als göttliches Zeichen gewertet, von nun an auf den Buchstaben Z zu verzichten. Und das sowohl in Sprache und Schrift, Zuwiderhandlungen werden bestraft. Die Insulaner bemühen sich also fortan, den geächteten Buchstaben zu vermeiden. Aus der Zahl „zwei“ wird „eins-plus-eins“, aus dem „Zwilling“ ein „Fast-Drilling“, aus dem „Herz“ ein „blutpumpender Muskel“ und so weiter. Nach und nach fallen auch die anderen Buchstaben herunter, und den Rest kann man sich in etwa denken. Man muss es aber selber lesen, um zu sehen, mit welchem Erfindungsreichtum sich die Insulaner ans Werk machen, um mit dieser Farce umzugehen.

Ein amüsanter Spaß aus Absurdistan auf knapp 250 Seiten, der zum Ende hin ins Tragikomische abdriftet. Für Sprachtüftler ein richtiger Augenschmaus. Und für den Übersetzer sicherlich eine Herausforderung, die Henning Ahrens großartig gemeistert hat.

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