Wiederentdeckt: Der Judas-Schrein

Wenn nach empfehlenswerten Horror-Thrillern von deutschsprachigen Autoren gefragt wird, taucht ein Titel immer wieder auf: Der 2005 im Festa-Verlag erschienene Roman Der Judas-Schrein des Österreichers Andreas Gruber. Er liegt schon seit Längerem auf meinem Wiederzuentdecken-Stapel, jetzt hab ich ihn endlich zum zweiten Mal gelesen (einigen regnerischen Urlaubstagen sei „Dank“ – sinnigerweise hat das Buch sehr gut zum Regenwetter gepasst, denn sintflutartige Niederschläge spielen darin eine gewichtige Rolle).

Der Judas-SchreinObwohl Phantastikfans mit Krimiplots anscheinend nicht allzu viel anfangen können – so zumindest mein Eindruck aus zahlreichen Rezensionen zu Horror- und Science-Fiction-Romanen – stört das hier offenbar nicht, denn die Resonanz bei den Horrorfans war überwiegend positiv, teilweise sogar euphorisch. Dabei beginnt der Roman als lupenreiner Krimi, und die Krimielemente beherrschen das Buch über weite Strecken. Andreas Gruber hat hier schon gezeigt, dass er ein Händchen für Krimiplots hat, was er später in einem halben Dutzend weiterer Thriller immer wieder unter Beweis gestellt hat.

Beim Der Judas-Schrein schleichen sich erst allmählich phantastische Elemente ein, die neben einem geschickt inszenierten Katastrophenszenario eine bedrohliche, beinahe albtraumhafte Stimmung heraufbeschwören. In einem abgelegenen Bergdorf, das noch dazu durch ein Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten wird, stoßen Kriminalbeamte bei ihren Mordermittlungen auf ein Geflecht aus Lügen und ein Geheimnis, das im Ort seit über hundert Jahren bewahrt wird. Als sie merken, in welcher Gefahr sie selbst schweben, ist es schon fast zu spät.

Andreas Gruber versteht es, Spannung aufzubauen, hochzuhalten und noch zu steigern – das macht den Roman zu etwas Besonderem. Er ist allemal wiederentdeckens- und lesenswert.

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