Todesreigen

TodesreigenZuletzt bin ich kaum zum Lesen gekommen, aber ein paar Kurzgeschichten gehen fast immer. Und so hab ich endlich ein Buch aus meinen diversen SUBs (falls die Abkürzung Stirnrunzeln verursacht: Stapel Ungelesener Bücher) herausgefischt, das dort schon viel zu lange darauf gewartet hat, endlich gelesen zu werden: Todesreigen von Jeffery Deaver (nicht Jeffrey, sondern tatsächlich Jeffery!). Der Autor dürfte vielen Thrillerfans durch sein ungewöhnliches Ermittlerduo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs bekannt sein, eventuell auch durch die Verfilmung ihres ersten Falles Der Knochenjäger mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen. Er konnte schon früh seinen Beruf als Rechtsanwalt aufgeben und sich ausschließlich dem Schreiben widmen. Im Thrillergenre gehört er zweifellos zu den ganz Großen. Bemerkenswert – und für mich als Leser sehr erfreulich – ist, dass er nicht ausschließlich Romane schreibt, sondern auch Erzählungen, die in Publikationen wie dem Ellery Queen Mystery Magazine oder dem Alfred Hitchcock Mystery Magazine und später in Storysammlungen veröffentlicht wurden. Die erste davon ist unter dem Titel Todesreigen (im Original: Twisted) bei Goldmann erschienen.

Deavers Storys sind so interessant und spannend, dass sie selbst ohne die unerwarteten Wendungen, die er regelmäßig einbaut, schon lesenswert wären. Und dann kommt das Sahnehäubchen noch obendrauf, das einen manchmal schmunzeln, manchmal schaudern, aber fast immer anerkennend (oder auch neidisch) nicken lässt, wenn man eine Geschichte durch hat. Dabei variiert er seine Krimi- und Thrillerplots nach Belieben, schreibt mal aus der Sicht des Opfers, mal aus der Sicht des Täters, und nicht selten vertauscht er die Opfer- und Täterrolle, wodurch er dem Leser gelegentlich Schadenfreudenlachfältchen ins Gesicht zaubert. Er behandelt Ladendiebstähle und Entführungen ebenso wie psychologisch ausgefeilte Mordkomplotte. Dabei gelingt es ihm, seine Leser schon nach wenigen Absätzen, manchmal nach wenigen Sätzen, mitten ins Geschehen hineinzuziehen – kurzum: Seine Storys machen einfach Spaß.

Ich kannte bisher nur die Knochenjäger-Verfilmung und hab noch keinen seiner Romane gelesen, möchte das aber auf jeden Fall ändern.

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