Ranga Yogeshwar in Fukushima

Bilder wie aus einem Endzeit-Thriller: verödete Landstriche, Geisterstädte, radioaktiver Müll in Bergen von schwarzen Säcken. Menschen in teils futuristisch, teils ärmlich anmutenden Schutzanzügen. Immer wieder der bange Blick auf lebenswichtige Messgeräte.

Ranga Yogeshwars 45-Minuten-Film über die Region Fukushima zeigt beklemmende Aufnahmen aus dem havarierten Kernkraftwerk und vom verzweifelten Kampf gegen die Auswirkungen der Verstrahlung. Geradezu irrwitzig erscheinen Szenen, in denen vermummte Gestalten mit Drahtbürsten und Handbesen versuchen, die Oberflächen von Mauern und Gebäuden von radioaktiven Partikeln zu befreien. Yogeshwar tritt mit seinem Messgerät nebenhin und zeigt ihnen, wie hoch der Wert bereits wieder ist, weil verseuchtes Wasser an die Oberfläche tritt. Man sieht Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz. Trotzdem geben sie nicht auf – was bleibt ihnen auch anderes übrig? Dass in Japan verschärft überlegt wird, Kernkraftwerke wieder anzuschmeißen und so weiterzumachen, als wäre nichts geschehen, ist im Film eine derb-makabere Randnotiz.

Ranga Yogeshwar kannte ich bisher nur aus Sendungen, in denen er auf unterhaltsame Art und Weise Wissen vermittelt hat. Hier kann man einen anderen Yogeshwar erleben, der vorsichtig, nachdenklich und gelegentlich auch erschüttert wirkt. In einer Szene geht er aus dem Bild und murmelt dabei: „Das ist Wahnsinn.“ Bewegend und sehr sehenswert.

Ich hab die Sendung am vergangenen Montag aufgezeichnet und heute angesehen. Wer sie verpasst hat: In der ARD-Mediathek ist sie ein Jahr lang abrufbar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s