Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft TrilogieViele suchen sich fürs neue Jahr gute Vorsätze, um sie dann zu halten oder auch nicht – bei mir hat das neue Jahr eher retromäßig begonnen: In den letzten Tagen stand Zurück in die Zukunft I – III auf dem Programm, weil die Zukunft aus den Filmen – das Jahr 2015 – inzwischen ja unübersehbar (der neue Kalender hängt endlich an seinem Platz …) begonnen hat. Ins Jahr 2015 reisen Marty McFly und Doc Emmett Brown allerdings erst im 2. Teil, wo sie einen Schlamassel auslösen, der ihnen bei der Rückkehr ins Ursprungsjahr 1985 eine faustdicke Überraschung beschert. Sie finden die Vergangenheit verändert vor, weil jemand anders ebenfalls aus der Zukunft in die Vergangenheit gereist ist – ins Jahr 1955, wo Marty schon im 1. Teil war, um die Zukunft zu ändern. Und dieser andere Schlingel ändert die Zukunft jetzt eben nochmal. Was wiederum zur Folge hat, dass Marty und Doc die Zukunft erneut ändern müssen. Und täglich grüßt …

Destination Time 2015

Aber moment, geht das überhaupt? Wenn man in die Vergangenheit reist und seinen eigenen Großvater tötet, kann man dann überhaupt existieren … ? Undsoweiterundsofort. Science-Fiction-Fans und –Experten streiten sich seit Jahrzehnten darüber, entwerfen Theorien, verwerfen sie wieder … Für die Filme ist das, ehrlich gesagt, ziemlich wurscht. Sie funktionieren, haben es 1985, 1989 und 1990 getan und tun es auch heute noch. Sie scheren sich nämlich nicht um all diese Theorien, sondern mixen sie kunterbunt und persiflieren sie teilweise. Docs Hund heißt Einstein, für die Zeitreise benötigt man keine Lichtgeschwindigkeit, sondern schlappe 88 Meilen pro Stunde, und die Entstehungsgeschichte des Zeitreisemoduls namens Flux-Kompensator ist geradezu ein gespielter Witz. Und ganz am Ende des letzten Teils, wenn Doc wiederkehrt, geschieht das frei nach dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

Letztlich sind die Filme ja Komödien, und sie sollen Spaß machen. Mit verbissen geführten Diskussionen über all die Theorien ist das nicht möglich. So funktioniert beispielsweise auch Und täglich grüßt das Murmeltier – es wird nicht lange über das OB und das WIE diskutiert, es geschieht einfach. Natürlich gibt es auch ernsthaftere Versuche, Zeitreisen zu thematisieren, aber oftmals gelangen sie an einen Punkt, wo sich entweder die Hirnwindungen des Zuschauers oder Lesers verknoten oder aber das Publikum den Kopf schüttelt, weil es an irgendeinem Punkt in all der Ernsthaftigkeit schlicht unlogisch wird.

Sind also Zeitreisen möglich? Und ob! Nämlich ganz in dem Sinne, wie es H. G. Wells schon in Die Zeitmaschine vorgemacht hat: Wenn der Leser ein Buch aufschlägt oder der Zuschauer auf dem Kino- oder Fernsehsessel Platz nimmt und eine gute Geschichte präsentiert bekommt, dann ist er plötzlich mittendrin im alten Rom, im alten Ägypten oder in einer fernen Zukunft in einer weit, weit entfernten Galaxis …

Übrigens: Was die Filmemacher sich in den Achtzigern fürs Jahr 2015 ausgemalt bzw. ausgedacht haben, ist vielfach nicht eingetreten: Weder gibt es Jaws Teil 19 noch Hoverboards oder selbstschließende Schuhschnallen oder superschnell trocknende Klamotten, und auch wenn der Wetterbericht in den letzten 30 Jahren präziser geworden ist, sind sekundengenaue Vorhersagen natürlich ein Joke. Aber Flachbildschirme gibt es – und eins haben die Filmemacher ebenso wenig vorhergesehen wie dutzende Science-Fiction-Autoren: den Siegeszug von Handys, die für alles Mögliche benutzt werden, nur kaum zum Telefonieren …

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