Tiepolos Fehler

Sozusagen zur Einstimmung auf die Fränkische Kriminacht am 5. Mai in Nürnberg hab ich, nach gut zehn Jahren, noch einmal Roman Rauschs ersten Kommissar-Kilian-Roman Tiepolos Fehler gelesen. Der Autor ist gebürtiger Unterfranke, lebt inzwischen aber in Berlin und schrieb zuletzt überwiegend historische Romane.

Tiepolos FehlerRausch verbindet geschickt die fränkische Provinz mit der großen weiten Welt, indem er einen Hauptkommissar nach Würzburg schickt, der zuvor Undercovereinsätze fürs LKA und Europol absolviert hat. Beim letzten Fall ist allerdings ein italienischer Freund und Kollege Kilians ums Leben gekommen, woran Kilian nicht ganz unschuldig ist. Da Kilian die gleichen Ganoven nach dem Leben trachten, die auch den Kollegen getötet haben, wird er aus der Schusslinie genommen und in seine Heimatstadt Würzburg versetzt. Dort trifft er auf den fränkischen Kriminaler Heinlein, der zwar gern seinen Tagträumen nachhängt, ansonsten aber eher bodenständig daherkommt. Heinlein hatte auf den Posten spekuliert, auf den Kilian wider Willen gesetzt wird, ergibt sich aber in sein Schicksal. Zunächst fremdeln die beiden miteinander, raufen sich schließlich bei einer feuchtfröhlichen Kneipentour zusammen, um sich danach wieder Beschimpfungen um die Ohren zu hauen. Da es innerhalb kurzer Zeit mehrere unnatürliche Todesfälle in der Stadt gibt und der Polizeipräsident Druck macht, müssen sie jedoch, ob sie wollen oder nicht, immer wieder auf den gemeinsamen Weg zurückfinden.

Im ersten Kilian-Roman verwendet Roman Rausch viel Zeit für die Figuren, die natürlich alle ein Vorleben haben. Vor allem Kilians Vita weist einiges auf, was es abzuarbeiten gilt. Die Fälle rücken dadurch zeitweise etwas in den Hintergrund, was aber gerade beim ersten Roman einer Krimireihe kein Beinbruch ist. Vor allem dann, wenn das Zusammenspiel der Hauptfiguren so gestaltet ist, wie in Tiepolos Fehler. Wenn Kilian und Heinlein so richtig in Fahrt kommen, schrammt Rausch mitunter nur knapp am Slapstick vorbei, aber ebenso wie seine beiden Kommissare hält er die Spur auch dann, wenn die zwei Vollgas geben. Dass der Krimi am Ende mit einer etwas schwer zu schluckenden Wendung aufwartet, lässt sich verschmerzen. Kilians zweiter Fall wartet bereits in meinem SUB – ich bin gespannt.

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