Wolfen (Film)

Neben American Werewolf entstanden 1981 noch zwei weitere Wolfsfilme: Das Tier und Wolfen. Bei Letzterem handelt es sich um die Adaption des sehr empfehlenswerten Romans von Whitley Strieber. Der Film greift dabei nur die Grundidee auf und strickt eine teilweise eigenständige, aber nicht weniger interessante und spannende Story.

Wolfen FilmIn New York werden drei Menschen ermordet und teilweise zerfleischt. Da ein möglicher Präsidentschaftskandidat unter den Toten ist, wird ein politischer oder terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. Zunächst gibt die Tatwaffe der Polizei ein Rätsel auf, doch ein Gerichtsmediziner und ein Zoologe kommen gemeinsam darauf, dass die Tat von einem oder mehreren Wölfen begangen worden sein muss. Bissspuren und tierische Haare weisen eindeutig darauf hin, allerdings lassen sich die Haare keiner bekannten, noch lebenden Spezies zuordnen. Detective Wilson und die Polizeipsychologin Neff entdecken eine Verbindung zu Indianern, die in New York im Hochbau arbeiten. Auf einer Großbaustelle in der Süd-Bronx, auf der der getötete Präsidentschaftskandidat ein gigantisches Bauprojekt verwirklichen wollte, werden weitere Leichenteile gefunden. Bei den Toten handelt es sich vermutlich um Obdachlose. Der Verdacht drängt sich auf, dass die Bronx als Jagdrevier für außergewöhnliche Jäger dient, doch es steckt noch mehr dahinter. Die Polizisten und der Zoologe werden plötzlich selbst zu Gejagten.

In diesem Film (wie in der Romanvorlage) gibt es keine romantisch verklärten, vielleicht gar überedlen Gestaltwandler, keine adeligen Untoten, keinen fantasymaßigen Krieg zwischen verfeindeten Spezies – hier geht es nur um das Wechselspiel zwischen Mensch und Tier: Jäger und Gejagter. Dabei verfolgt Wolfen auch einen ökologischen Ansatz, ohne diesen in den Vordergrund zu drängen. Immer wieder werden Kamerafahrten aus Sicht der Wölfe eingestreut, die durch ein Wärmebildsystem verfremdet sind. Die Wölfe selbst tauchen erst spät auf, sind aber schaurig schöne Geschöpfe. Außerdem bietet der Film atemberaubende Bilder vom Arbeitsplatz der schwindelfreien Indianer – ohne Tricks, die Schauspieler inklusive Hauptdarsteller Albert Finney klettern tatsächlich auf den Pfeilern der Brooklyn Bridge herum. Regisseur Michael Wadleigh, der durch den Woodstock-Film bekannt wurde, ist ein außergewöhnlicher Horrorthriller gelungen, der storytechnisch und visuell überzeugt. Der Soundtrack von James Horner, der im Juni 2015 verstorben ist, tut sein Übriges. Wolfen kann ich mir immer wieder anschauen.

Irgendwie bin ich wohl gerade, vielleicht um den Gegenpol zur heutigen CGI-Technik zu finden, auf dem 80er-Jahre-Retro-Trip: American Werewolf, Das fliegende Auge, Der einzige Zeuge, Die Fürsten der Dunkelheit. Alles Streifen, die zeigen, dass man auch mit den damaligen Möglichkeiten, mit einer guten Story und guten Schauspielern, gute Filme produzieren konnte.

Eine Antwort zu “Wolfen (Film)

  1. „Wolfen“ kenne ich nicht, aber „Der einzige Zeuge“ ist wirklich exzellent. Da passt wirklich alles: Schauspieler, Story und Musik bilden eine perfekte Einheit.

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