Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln

Das Kinderbuch Alice im Wunderland erschien erstmals 1865, seitdem wurde der Klassiker von Lewis Carroll unzählige Male in vielen Sprachen nachgedruckt und zigmal verfilmt. Im Gerstenberg Verlag ist jetzt eine Neuauflage der Übersetzung von Christian Enzensberger erschienen. Das Wendebuch enthält auch die Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln, die 1871 erstveröffentlicht wurde. Optisch ist diese Ausgabe ein wahrer Leckerbissen für Büchernarren, denn die Illustrationen der holländischen Künstlerin Floor Rieder sind ein echter Hingucker und machen das Buch zu einem Gesamtkunstwerk. Es gibt kaum eine Doppelseite, auf der sich keine Grafiken von ihr finden.

Alice im WunderlandWer kennt die Nonsens-Geschichte nicht (oder hat nicht zumindest schon mal davon gehört), in der die kleine Alice einem weißen Kaninchen ins Wunderland folgt und dort – wen wundert’s – natürlich Wundersames erlebt. Wer hat nicht schon von der Grinsekatze gehört, oder vom Märzhasen oder dem verrückten Hutmacher. Alice spaziert durchs Wunderland, das vor Rätseln und Absurditäten fast überquillt, bis sie im Schloss der Herzkönigin einer höchst seltsamen Gerichtsverhandlung beiwohnt. Lewis Carroll hat die Geschichte zunächst drei Mädchen erzählt, von denen die kleine Alice Liddell wohl als Vorbild für seine Hauptfigur diente. Später hat er die Story ausgebaut und niedergeschrieben. Der Rest ist quasi Geschichte.

Alice im Wunderland Kap. 1-1

Alice im Wunderland Kap. 1-2

Alice im Wunderland Kap. 6

Alice hinter den SpiegelnIn der Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln (sehr hübsch auf dem Cover: der Titel in Spiegelschrift!) erlebt Alice weitere Abenteuer, nachdem sie durch einen Spiegel eine andere Welt betreten hat. Anders als im Wunderland regieren hier nicht Spielkarten, vielmehr orientiert sich diese Parallelwelt am Schachspiel. Als Pendant zur Herzkönigin fungiert die Rote Königin, die Alice auf ein weißes Feld setzt und somit zur Gegenspielerin wird. Bekannt ist sicherlich auch der Goggelmoggel (Humpty Dumpty) oder die Figur des Zipferlak (Jabberwocky), eines Drachenungeheuers, das in einem der vielen Gedichte auftaucht, die Carroll in seine beiden Romane eingebaut hat.

Das ist nicht einfach nur ein Buch mit Text und Bildern. Das ist ein Erlebnis der besonderen Art.

10 Antworten zu “Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln

  1. Die Ausgabe macht bestimmt sehr viel aus bei diesen Werken.

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  2. Auch wenn ich Alice in der Reclamausgabe verschlungen habe, ist das definitiv eine der schönsten. Und eine der Richtungen, in die sich das Buch derzeit (zurück) zu entwickeln scheint (Schiff des Theseus!), jedenfalls ein Augenschmaus, der schon auf meiner Wunschliste steht. :)

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  3. Die zwei gehörten zu den wenigen Büchern auf meiner Uni-Leseliste, die Spaß machten, hab sogar ein Seminar dazu besucht.
    Sieht nach einer wundervollen Ausgabe aus. Ich bin immer erfreut, wenn sich ein Verlag noch wirklich Mühe mit der Buchgestaltung gibt.

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  4. Eine gelungene Besprechung zu einer wirklich schön illustrierten Ausgabe. Ich habe damals die alte Insel-TB-Ausgabe gelesen, bin aber mit Carrolls „Klassiker“ nie so wirklich warm geworden. Vielleicht hab ich es einfach nicht so mit Nonsens. ;)

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    • Ob ich beide Romane ohne die Illustrationen komplett gelesen hätte, wage ich zu bezweifeln, zumal sich der Nonsens ja in gewisser Weise wiederholt und nicht alles wirklich prickelnd ist. Aber in diesem Fall macht’s echt die tolle Aufmachung.

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      • Die Ausgabe ist illustriert. Sind glaub ich sogar die Zeichnungen aus der Erstausgabe. Aber daran hat es auch nicht gelegen. „Alice im Wunderland“ („Hinter den Spiegeln“ hab ich noch nicht gelesen) ist einer dieser Klassiker, mit denen ich einfach nicht warm werde.

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        • Ging mir auch mit einigen Klassikern so, von denen ich mir eingebildet habe, ich will (muss) sie lesen. :-D
          „Moby Dick“ zum Beispiel, weil ellenlang, oder „Die Elixiere des Teufels“ oder „Der Spieler“. „Robinson Crusoe“ hab ich noch im Stapel liegen, will/muss ich irgendwann mal ran.

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