Ex Machina & Predestination

Ex Machina und Predestination haben einiges gemeinsam: Beides sind kammerspielartige Science-Fiction-Filme, die mehr Wert auf eine gute Story und gute Schauspielerleistungen legen als auf CGI-Optik und Effekte. Und beide haben mich begeistert.

Ex MachinaBei Ex Machina hat Alex Garland, der Autor von 28 Days Later, das Drehbuch geschrieben und Regie geführt – und für sein Script eine Oscar-Nominierung eingeheimst. Der junge Programmierer Caleb erhält von seinem exzentrischen Chef Nathan eine Einladung in sein Hochsicherheitsdomizil, das fernab der Zivilisation mitten in der Wildnis liegt. Dort soll Caleb die von Nathan entwickelte Androidin Ava testen, um festzustellen, ob sie ein dem Menschen vergleichbares Denkvermögen hat. Caleb ist von Ava mehr und mehr fasziniert. Als sie ihm eröffnet, dass sie als Individuum sterben wird, weil sie neu programmiert werden soll, muss er sich entscheiden, ob er das zulässt.

Die Faszination, die Caleb erlebt, geht nach und nach auf den Zuschauer über, und so wird die Story immer fesselnder, je weiter sich Caleb in die Beziehung zur Androidin verstrickt. Obwohl der Film ohne CGI kaum auskommen würde – die Darstellung von Ava allein ist schon sehenswert – ist es beileibe kein Effekte-Film. Garland ging damit einen anderen Weg als andere Filmemacher, die ihre Story mit bombastischen Bildern garnieren, wie etwa bei Edge of Tomorrow (der für SF-Fans auch ein Muss darstellt).

PredestinationPredestination ist noch mehr Kammerspiel als Ex Machina, hier kommen noch weniger Effekte zum Einsatz. Der Film beruht auf der Short-Story Entführung in die Zukunft (im Original All You Zombies) von Robert A. Heinlein aus dem Jahr 1959. Die Kurzgeschichte, die übrigens als eBook einzeln zu haben ist (der Verfilmung sei Dank …), wurde erstaunlich werkgetreu umgesetzt. Ein Zeitreiseagent wird losgeschickt, um den Anschlag eines Terroristen zu verhindern. Bei dem Versuch, an einem Zeitpunkt in der Vergangenheit die Bombe zu entschärfen, wird der Agent schwer verletzt und entstellt. Mit neuem Gesicht erhält er einen neuen Auftrag als Barkeeper und verwickelt einen Kneipengast in ein Gespräch, der ihm daraufhin seine außergewöhnliche Lebensgeschichte erzählt, die eng mit seiner eigenen verknüpft ist. Mehr darf man nicht verraten, sonst wäre die Spoilergefahr zu groß.

Zeitreisegeschichten sind wohl nicht jedermanns Fall, aber wie Heinlein das „Was-wäre-wenn“-Spiel spielt, ist in der Story lesenswert und in der Verfilmung sehenswert. Die australische Produktion entstand unter der Regie und nach dem Drehbuch der Spierig-Brüder Michael und Peter. Letzterer zeichnet übrigens auch für die Filmmusik verantwortlich, die an die hypnotischen Soundtracks von John Carpenter erinnert.

Beide Filme sind sehr zu empfehlen, für SF-Fans sowieso.

5 Antworten zu “Ex Machina & Predestination

  1. Also »Ex Machina« fasziniert mich schon jetzt, den werde ich mir bald ansehen.

    Gefällt 1 Person

  2. Ex Machina war schon ein Schmankerl… optisch und intellektuell… wobei ich das Ende ein bisschen unbefriedigend fand… ein paar Minuten länger wäre schon nett gewesen…

    Gefällt 1 Person

  3. Schöne Anregung, ich bin immer auf der Suche nach sehenswerten SciFi-Filmen und gespannt auf diese beiden Filme :-)

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s