Mucho Mojo & Rote Rache

Dass ich Fan von Joe R. Lansdales Schreibe bin, hab ich ja schon öfter kundgetan. Seine Hap & Leonard-Reihe hat maßgeblich dazu beigetragen. Im Berliner Golkonda Verlag erscheinen nach und nach die neueren Romane dieser Reihe, dazu werden die älteren neu aufgelegt. Das ist vor allem deshalb fein für Büchernarren wie mich, weil die Golkonda-Ausgaben aufgrund ihrer tollen Aufmachung immer auch ein Fest für die Augen sind.

Mucho MojoBei Mucho Mojo handelt es sich um einen der älteren, genauer gesagt um das zweite Hap & Leonard-Abenteuer des texanischen Schriftstellers überhaupt. Der Roman erschien bereits 1996 unter dem Titel Texas Blues bei Rowohlt. Christoph Schuenke hat seine Übersetzung für die Golkonda-Ausgabe noch einmal durchgesehen und dem in jeder Hinsicht schlagkräftigen Duo einen Feinschliff verpasst, der sich fluffig leicht lesen lässt.

Leonard Pine erbt von seinem verstorbenen Onkel ein Haus. Sein Kumpel Hap Collins begleitet ihn zur Beerdigung und hilft ihm anschließend, ein paar Dinge über diesen Onkel Chester herauszufinden, die Leonard nicht gefallen. Immer tiefer verstricken sich die beiden bei ihren Recherchen in einen Sumpf, in dem ein vermülltes Haus noch das geringste Übel darstellt. Schon bald verdichten sich die Anzeichen, dass Chester in eine Serie von Kindermorden verstrickt ist. Hap und Leonard können nicht anders, sie müssen dem nachgehen, auch wenn sie dabei Gefahr laufen, eins auf die Fresse zu kriegen. So sind sie halt.

Rote RacheRote Rache ist bereits der achte Roman aus der Reihe, die Originalausgabe erschien 2011 in den USA. Er wurde ebenso flott übersetzt wie Mucho Mojo, diesmal von Heide Franck, und schließt sich an die Ereignisse aus Das Dixie-Desaster an. Sogar die Killerin Vanilla Ride aus dem Vorgängerroman taucht auf. Trotzdem ist es eine neue, wiederum in sich abgeschlossene Geschichte. Für ihren Freund, den Privatdetektiv Marvin Hanson, übernehmen Hap und Leonard ganz offiziell einen Fall, nachdem sie ihm vorher schon gelegentlich geholfen haben. Sie sollen einen Jahre zurückliegenden Doppelmord aufklären, um den Angehörigen eines der Opfer endlich den Mörder zu präsentieren, den die Polizei bisher nicht geschnappt hat. Rote Teufelsfratzen, die nicht nur bei diesen Morden am Tatort vorgefunden wurden, bringen die beiden auf die Spur des Täters – oder der Täter, denn der Fall zieht immer weitere Kreise, in deren Verlauf Hap und Leonard wieder einmal in Lebensgefahr geraten.

Lansdale schildert die Abenteuer seiner beiden Helden durchaus drastisch, so auch dieses Mal. Prügeleien und Schießereien gehören zu ihrem Geschäft – irgendwie scheinen sie beides magisch anzuziehen. Um selbst mit einem blauen Auge davonzukommen, dürfen sie dabei nicht zimperlich sein. Doch sie sind keinesfalls schießwütige Draufgänger, vor allem Hap nicht, dem in den neueren Romanen vermehrt Zweifel kommen, ob dieses Dasein, das Leonard und er fristen, nicht zwangsläufig in eine Sackgasse führen wird. Neben Action und flotten Sprüchen finden sich immer wieder ruhigere, nachdenklich machende Passagen – Lansdale versteht es, aus seinen Protagonisten keine belanglosen 08/15-Helden werden zu lassen, die nur sich selbst kopieren. So bleibt die Reihe weiter lesenswert.

Joe R. Lansdale schreibt nicht nur Krimis, sondern auch Horrorgeschichten (für die er bereits neunfach mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet wurde) und Western – ja, Western. Sein neuester, Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick, liegt bei mir als nächstes auf dem SUB.

2 Antworten zu “Mucho Mojo & Rote Rache

  1. Jedes der Lansdale-Bücher ist zu empfehlen und auch „Rote Rache“ hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich bin schon auf die TV-Serie gespannt und hoffe, dass es auch eine deutsche Veröffentlichung geben wird. Im Moment lese ich ebenfalls „Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick“.

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