Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Weiter geht’s im Nostalgie-Modus: Nach Die Zeitmaschine und 20.000 Meilen unter dem Meer hab ich mir auch den dritten Phantastik-Klassiker auf DVD gegönnt, den ich im Kindesalter zigmal gesehen und auf den ich zuletzt in der Flimmerkiste vergeblich gewartet habe. Früher wurde Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von ARD oder ZDF – zumindest gefühlt – beinahe jährlich ausgestrahlt, aber seit einiger Zeit ist der Film aus dem Programm verschwunden.

Die Reise zum Mittelpunkt der ErdeDie Jules-Verne-Verfilmung aus dem Jahr 1959 war für mich gleichzeitig Abenteuer- und Monsterfilm, und diese Kombination war nahezu unschlagbar, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Die Vorstellung, in den Tiefen der Erde versunkene Städte und prähistorische Ungeheuer zu entdecken, löste damals regelmäßig ein wohliges Kribbeln aus. Also saß ich vor der Glotze, wenn der Film gesendet wurde. Außerdem war die Tatsache, dass Professor Lindenbrook (James Mason) und seine Gefährten auf ihrem Weg in die Unterwelt von der Ente Gertrud begleitet werden, bei uns in der Familie immer für einen Lacher gut, denn meine Mutter hieß genauso. Für Spannung sorgt zudem ein finsterer Widersacher, der den Entdeckungserfolg für sich verbuchen will. Neben einem unterirdischen Ozean entdecken die Höhlenforscher auf ihrer monatelangen Reise prähistorische Tiere und schließlich das versunkene Atlantis, bevor sie unter größter Gefahr wieder an die Erdoberfläche zurückbefördert werden – durch einen Vulkanausbruch …

Ein nostalgischer Blick verklärt natürlich manches, trotzdem lässt sich der Film immer noch anschauen. Obwohl die Tricktechnik heutzutage antiquiert wirkt, verstrahlt sie – wie etwa auch bei der Zeitmaschine – einen Charme, dem mancher moderne Film mit seinen CGI-Effekten nicht einmal ansatzweise nahekommt. Für die DVD wurde der Film restauriert. Ein Vorher-Nachher-Vergleich in den Extras zeigt, dass es sich gelohnt hat. Außerdem wird er natürlich in CinemaScope präsentiert – anders als früher in der Flimmerkiste, wo alles auf 4:3 oder maximal 16:9 beschnitten wurde.

Reise zum Mittelpunkt der ErdeDie französische Erstausgabe von Jules Vernes zweitem Roman Voyage au centre de la terre erschien übrigens 1864, die deutsche neun Jahre später. Als Jugendlicher hab ich mal eine dtv-Ausgabe gelesen, die aber deutlich gekürzt war, wie wohl viele Verne-Buchausgaben, was ich aber damals noch nicht wusste. Erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren kamen vermehrt ungekürzte Sammlereditionen heraus. Ich habe eine sehr schön aufgemachte, ungekürzte Version mit allen Illustrationen der französischen Originalausgabe vom Fischer Taschenbuch Verlag.

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