Replay – Das zweite Spiel

Replay – Das zweite Spiel von Ken Grimwood könnte ich nach dem zweiten Lesen ins Regal mit meinen Lieblingsbüchern einordnen – wenn ich ein solches Regal hätte. Der Roman erschien 1986 und wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet.

ReplayJeff Winston erleidet im Jahr 1988 einen Herzanfall und kommt 1963 im jugendlichen Alter wieder zu sich. Und das nicht nur einmal, sondern mehrfach. Er ist in einer Art Zeitschleife gefangen, was ihm den Segen – oder den Fluch – verschafft, sein Leben immer wieder leben zu können und das besser zu machen, was er im vorigen Dasein verbockt hat. Im zweiten Leben wird er stinkreich, indem er beim Pferderennen dank seines Vorwissens auf den Sieger wettet und den Gewinn mit anderen Sportwetten und Aktienkäufen vermehrt. Doch er muss auch feststellen, dass er gewisse Dinge nicht so beeinflussen kann, wie er möchte. Weder gelingt es ihm, das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern, noch schafft er es, seine Jugendliebe mit seinem Geld zu beeindrucken. Und so muss er Leben für Leben Erfahrungen machen, die ihn prägen – bis er auf eine Wiederholerin trifft, die sein Schicksal teilt. In ihren weiteren Leben treffen sie immer wieder aufeinander – allerdings nicht immer so, wie sie es sich vorstellen.

Grimwood erzählt seine Geschichte so packend, dass ich das Buch auch beim zweiten Lesen kaum aus der Hand legen konnte. Sie handelt nicht so sehr von dem Phänomen der Zeitschleife an sich, das Winston auch mithilfe von Wissenschaftlern nicht enträtseln kann. Vielmehr handelt sie von sich bietenden Chancen, die man im Leben nutzt oder eben auch nicht. Und davon, dass man selbst bei bester Planung nicht alles so hinbekommt wie erhofft. Das Leben ist selbst dann nicht vorbestimmt, wenn man seine – oder eine mögliche – Zukunft kennt.

Eine Warnung: In der Heyne-Ausgabe der Reihe Meisterwerke der Science Fiction ist ein Vorwort von John Grant abgedruckt, das Spoiler enthält. Man sollte es also besser als Nachwort lesen.

3 Antworten zu “Replay – Das zweite Spiel

  1. Kennst du „Das seltsame Leben des Iwan Osokin“ von Ouspensky?

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