Happy End für Zwei- und Vierbeiner

Zwei Tage lang irrte in unserer Nachbarschaft eine grau-weiße Katze umher und bettelte jeden um Futter an, der ihren Weg kreuzte. Als sie gestern auf unserer Grundstücksmauer saß und jämmerlich miaute, hockte Revierbeschützerkatze Zilli angespannt auf diversen Beobachtungsplätzen und schaute mich gelegentlich fragend, manchmal auch klagend an. Die Fremde hielt Abstand zu Zilli – entweder ist sie gut erzogen oder sie war total verängstigt. Niemand aus der Straße kannte die Katze. Als sie bei einem Nachbarn den Hof okkupierte, spendierte ich Nassfutter, das sie mit Heißhunger verschlang. Die Ärmste war wohl ziemlich ausgehungert.

Beobachtungsposten

Heute irrte sie wieder umher und maunzte jeden an, der vorbeikam. Hungern musste sie dank Nachbarschaftshilfe nicht mehr. Und seit eine Nachbarin mit ihr beim Tierarzt war und den Chip lesen ließ, wissen wir, dass die Katze eigentlich zehn Kilometer entfernt wohnt. Möglicherweise ist sie dort in ein Auto eingestiegen und heimlich mitgefahren – da niemand von uns kätzisch spricht und Zilli nicht als Dolmetscherin aushelfen wollte, wissen wir es nicht.

Jedenfalls hat die ganze Geschichte ein Happy End für die Familie, bei der die Katze wohnt (sie hatten die Hoffnung nach zwei Wochen Abwesenheit schon fast aufgegeben). Und ein Happy End für mindestens zwei Katzen: Die Fremde darf nach den für sie sicherlich schlimmen Wochen wieder heim, und Zilli ist froh, dass sie ihr Revier wieder für sich hat (der Eindringling lässt sich nämlich seit zwei Wochen nicht mehr blicken).

9 Antworten zu “Happy End für Zwei- und Vierbeiner

  1. Eine schöne Geschichte! Gut, dass die Kleine wieder daheim ist. Und ich bin froh, dass meine Kleine ebenfalls gechippt ist, falls ihr auch so was passiert.

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  2. Gut gemacht! Diese Chips sind schon wirklch gut. Meistens,
    Wir hatten vor einem halben Jahr auch eine zugelaufene Katze in sehr schlechtem Zustand und total hungrig, aber sehr aufdringlich und offensichtlich ohne die geringste Fähigkeit, sich Mäuse zu holen. Leider begann er, sich mit unserer zu kloppen und wir brachten ihn ins Tierheim. Dort wurden die Besitzer auch festgestellt, die zeigten jedoch keinerlei Entusiasmus, was man so mitbekam.

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    • So etwas stimmt einen traurig – unser „Findelkind“ hat da wohl mehr Glück gehabt mit seinen Zweibeinern.
      Wegen der Klopperei hatte ich auch Bedenken, weil sich Zilli mit anderen Katzen (leider) nicht versteht. Gestern hatte ich schon überlegt, was mit der Fremden über Nacht wird, aber sie kam erst mal bei einem Nachbarn unter. Außerdem gibt es hier Scheunen und Unterstellplätze, wo sich eine Katze vor dem schlechten Wetter zurückziehen kann.

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  3. Das ist eine schöne Geschichte! Zilli ist sicher sehr erleichtert ;-)
    Vor ein paar Jahren hat sich auch ein Kater zu mir verlaufen. Ich habe im Tierheim angerufen, ihn beschrieben und tatsächlich wurde er dort bereits als vermisst gemeldet. Allerdings konnte ich den Besitzer telefonisch nicht erreichen. Also habe ich Felix, so hieß der kleine Racker, einen Tag beherbergt und ihn sogar mit zur Arbeit genommen, denn mein Kater fand Felix irgendwie doof und wollte mit ihm nicht allein zuhause bleiben. Da ich damals mein eigener Arbeitgeber war, kam Felix also mit zur Arbeit. Der Kleine war unglaublich lieb. Eine richtiges Schnurr- und Schmusemonster ;-) Am liebsten hätte ich ihn behalten, aber mein Kater mochte ihn eben nicht und er hatte ja Besitzer, die ihn vermissten. Erst ein Tag später erreichte in diesen dann endlich, vereinbarte einen Termin und brachte Felix nach Hause. Außer der kleinen Tochter des Besitzers hatte ihn jedoch offenbar niemand vermisst. Er durfte nicht einmal ins Haus. Ich musste Felix in den Garten setzen und dann wurde die Tür wieder zugeschlagen. Niemand hat gefragt, wie es ihm geht, wo er überhaupt war… Ich war schockiert. Bedankt hat man sich auch nicht, aber das war mir auch nicht wichtig. Mir tat Felix leid, denn offenbar hatte ich der Kleinen nur ein Spielzeug zurückgebracht, aber dass es sich dabei um ein Tier handelte, war irgendwie keinem bewusst. Vielleicht ist Felix deshalb auch abgehauen. Irgendwie habe ich mir immer gewünscht, dass er sich wieder verläuft und vor meiner Tür landet.
    Umso schöner, wenn man Geschichten liest, die für alle Beteiligten so glücklich enden.
    Liebe Grüße
    Claudia

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    • Das ist echt traurig und macht mich erst mal sprachlos. :-(
      So, wie Menschen Tiere behandeln, behandeln sie ja oftmals auch andere Menschen. Das ist schlimm für den Kater, aber auch schlimm für das kleine Mädchen – was geben ihre Eltern damit nur für ein Beispiel?

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  4. Ein happy end, wie schön :-)

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  5. Ich find es immer wieder erstaunlich, wie so einer Katze dann schnell und unkompliziert geholfen werden kann. Und es beruhigt mich. Zumindest ein klein wenig. :)

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    • In diesem Fall hat die Katze gut mitgespielt, so dass es unkompliziert ablaufen konnte: Sie hat immer wieder auf sich aufmerksam gemacht, also hat es sich in der Nachbarschaft schnell herumgesprochen, dass da jemand in Not ist. So war auch relativ schnell klar, dass sie kein echter Neuzugang in unserer Straße war, der einfach nur die Umgebung erkundet, sondern tatsächlich eine fremde Katze. Und dann war sie so zutraulich und ließ sich sowohl knuddeln als auch leicht einfangen, so dass die Abklärung über den Chip schnell möglich war. Außerdem hat die Nachbarschaftshilfe auch gut funktioniert, viele haben einen Teil dazu beigetragen.

      Ich hätte ja zu gern gesehen, wie die Katze zu Hause ankommt. :-)

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