AKTE X – Vertrauen Sie niemandem

Parallel zur Ausstrahlung der 10. AKTE-X-Staffel im deutschen Fernsehen veröffentlichte Cross Cult die erste Anthologie mit X-Files-Storys, die Bram-Stoker-Award-Gewinner Jonathan Maberry 2015 herausgab – natürlich in Abstimmung mit dem Serienschöpfer Chris Carter. Mit AKTE X – Vertrauen Sie niemandem beweist die Cross-Cult-Crew wieder einmal, dass sie nicht nur schöne Comics, sondern auch schöne Bücher machen kann (wie etwa die Neuausgabe der 007-Romane im Schuber).

Akte X Vertrauen Sie niemandemDie Storys decken die gesamte Bandbreite ab, die AKTE X ausmacht: Mulder und Scully werden mit Fällen konfrontiert, wie sie auch in der Serie zu finden sind. Seltsame Phänomene, Spukhäuser, übersinnlich Begabte, Aliens und andere fremdartige Kreaturen geben ihnen Rätsel auf, deren Lösung sie in ihrer typischen Art auf der Spur sind – Mulder mit dem Riecher fürs Übernatürliche, Scully eher skeptisch und nüchtern-analysierend. Dabei variiert die Erzählperspektive, zwei Geschichten sind sogar aus Sicht von Assistant Director Skinner geschrieben. Manche spielen zur Anfangszeit des außergewöhnlichen Ermittlerduos in den Neunzigern, einige auch später. Eine Story zeigt Spooky Mulder einige Jahre vor dem ersten Zusammentreffen mit Scully. Ob sich diese Mischung zufällig so ergeben oder Herausgeber Maberry den Autoren hierzu Vorgaben gemacht hat, lässt sich seinem Vorwort nicht entnehmen, aber seine Zusammenstellung bringt viel Abwechslung in die Anthologie.

Einzelne Storys kann ich nicht wirklich herausheben, da es viele gute bis sehr gute sind und nur zwei oder drei dagegen abfallen. Müsste ich Favoriten benennen, wären es diese: Katatonie von Tim Lebbon (in einer Kleinstadt verschwinden Teenager und verhalten sich nach ihrem Wiederauftauchen seltsam), Gebissen von Paul Crilley (nimmt die Twilight-Serie satirisch auf die Schippe), In El Paso ist mein Leben nichts wert von Keith R.A. DeCandido (Mulder und Scully helfen einem Kollegen bei einem Serienmörderfall), Paranormal Quest von Ray Garton (eine TV-Geistershow wird auf besondere Weise manipuliert), Schau mir in die Augen, Kleines von Heather Graham (in einem Laden für Halloweenpuppen und auf dem benachbarten Friedhof geht Seltsames vor), Das Haus auf dem Hickory Hill von Max Allan Collins (Spukhaus-Geschichte à la Amityville-Horror) und Statuen von Kevin J. Anderson (im Death Valley tauchen versteinerte Menschen auf). Da ich die Geschichten über einen längeren Zeitraum hinweg gelesen habe, immer mal ein, zwei hintereinander, ohne mir zu jeder Story Notizen zu machen, ist das eher eine Aufzählung aus dem Bauch heraus.

Eins hab ich im Buch vermisst: Da ich viele der beteiligten Autoren bisher nicht kannte, wären Infos zu jedem Einzelnen nicht verkehrt gewesen. Laut Vorwort schreiben sie ansonsten Krimis, Thriller, Horror, Fantasy und Science Fiction – also genau die Mischung, die man für AKTE X braucht. Und sie verstehen ihr Handwerk. Die Anthologie kann ich wärmstens empfehlen – nicht nur eingefleischten Fans der Serie.

8 Antworten zu “AKTE X – Vertrauen Sie niemandem

  1. Oha! Ich habe gerade vor drei Tagen die komplette Serie von Akte X auf DVD bei Amazon (gebraucht) bestellt. Dabei kenne ich nur den Kinofilm (den zweiten zwar auch, aber der ist ja unglaublich doof). Nun bin ich doppelt gespannt.

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    • Diese DVD-Box hab ich mir kürzlich auch zugelegt. :-)
      Mit der ersten Staffel bin ich schon durch und hab inzwischen die zweite angefangen. Erstaunlich, welche Bandbreite von Storys bereits in der ersten Staffel abgedeckt ist.
      Ich hab die Serie damals im TV, als die Folgen erstausgestrahlt wurden, nur sporadisch verfolgt und nur einen Bruchteil gesehen. Die beiden Kinofilme hab ich auch auf DVD – den ersten fand ich auch besser, den zweiten hab ich nur einmal gesehen, aber nicht als soo schlecht in Erinnerung.

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      • Ich fand den zweiten vor allem eklig, der erste dagegen — angeblich ist er beim Publikum ja nicht gut angekommen — baut eine hervorragende Spannung auf und besticht durch einige exzellente Szenen. Den mag ich wirklich.

        Nachdem du so lobend davon schreibst, kann ich die Ankunft der DVDs gar nicht mehr erwarten…

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  2. Ah … Bei zwei Namen kann ich ein wenig Abhilfe schaffen, die sind mir nämlich geläufig:
    Kevin J. Anderson hat gemeinsam mit Brian Herbert, dem Sohn von Frank Herbert, das Dune-Universum von Frank fortgesetzt. Erst als Ausarbeitungen der Notizen aus dem Nachlass, dann mit eigenen Romanen. Im Star-Wars-Universum hat er die lesenswerte „Jedi-Akademie“-Trilogie geschrieben (Luke gründet seine eigene Jedi-Schule), Darüber hinaus hat er an der Hintergrundgeschichte zu Starcraft (dem PC-Spiel) mitgearbeitet, die „Bücher zum Film“ von Sky Captain and the World of Tomorrow sowie Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen verfasst,

    Keith DeCandido hat die Romane zu den Resident-Evil-Filmen geschrieben, einen World-of-Warcraft-Roman und ist ansonsten im Serien-Literatur-Genre daheim. Er hat Romane zu Buffy und Supernatural geschrieben, ist vor allem aber Star-Trek-Romanautor, insb. für die eBook-Reihe „Star Trek: Corps of Engineers“.

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  3. Auf die Comics habe ich schon länger eun Auge geworfen, aber bisher nicht zugeschlagen. Da ich schon seit Jahren The Walking Dead und The Dark Tower ungelesen da liegen, würde dieses Schicksal auch diese Bücher treffen. Danke für den schönen Einblick allemal.
    Erste Staffel habe ich nun auch durch und überlege, ob ich einen Beitrag dazu mache. Nur soviel: Einige schwache Folgen, aber auch schon sehr starke und sehr gute Streubreite der Themen.

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    • Ja, es gab natürlich schwache Folgen in der Staffel, aber insgesamt war das besser und interessanter, als ich erwartet hatte.
      Bei den Akte-X-Comics hab ich auch schon überlegt – könnte mich reizen …

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