Game of Thrones 6. Staffel

Was David Benioff, D. B. Weiss und ihr Team zusammen mit George R. R. Martin in ihren bislang 60 Episoden von Game of Thrones geschaffen haben, ist wohl einzigartig und dürfte so schnell nicht zu toppen sein. Ähnliches galt – oder gilt immer noch – für die inzwischen mehr als zwölf Jahre „alte“ Herr-der-Ringe-Trilogie (das ist tatsächlich schon so lange her).

Innerhalb dieser epischen Saga um den intriganten Thronfolgerwettbewerb ist so viel passiert, dass ich selbst beim Nochmalschauen der bisherigen Staffeln einiges quasi „neu“ wiederentdecken konnte, und die Gänsehautmomente früherer Marathon-GoT-Sessions sind auch heute noch Gänsehautmomente. Viele Figuren sind längst nicht mehr dabei, trotzdem hält die Serie immer noch – bzw. immer wieder – ein Ensemble bereit, das vielschichtiger kaum sein könnte. Und wenn man geglaubt hat, die Bösewichter aus den ersten Staffeln wären Bösewichter schlechthin, wird man immer wieder eines Besseren belehrt. Die 6. Staffel hält viele Überraschungen bereit, auch wenn manches vorher schon durchgesickert ist. Selbst wenn sich einiges erahnen lässt, kann man nie sicher sein, ob es auch tatsächlich eintritt. Ich kenne Martins Romanvorlage nicht, gehe also „unvorbelastet“ an die Serie heran, die inzwischen den Büchern davoneilt, wenn ich richtig informiert bin (schreibt Martin eigentlich sein eigenes Finale oder orientiert er sich künftig an der HBO-Serie?). Damit, dass so viele Hauptfiguren ausscheiden, hätte ich anfangs nicht gerechnet. Inzwischen ist man daran gewöhnt – und trotzdem wieder überrascht, denn in Sachen Figurensterben setzt diese Staffel der ganzen Serie die Krone auf.

Bei anderen Serien oder Reihen kam oftmals der Punkt, an dem die Macher einiges oder vieles von dem, was sie vorher richtig gemacht hatten, auf andere Weise fortführen oder gar steigern wollten und damit nicht an das zuvor Geschaffene anknüpfen konnten. Star Wars ist so ein Beispiel, Star Trek ebenfalls, und auch die Hobbit-Verfilmung reicht nicht an den Herrn der Ringe heran (was angesichts der Aufblähung zur Trilogie allerdings nicht anders zu erwarten war). Gespannt darf man sein, wie es bei Avatar weitergeht, aber das dauert noch ein Weilchen. Bei Benioff, Weiss & Co. beschleicht mich nach der konsequenten Steigerung von Staffel zu Staffel das Gefühl, dass sie es hinbekommen werden: Noch zwei Staffeln sind geplant, und irgendwie habe ich angesichts der Entwicklung innerhalb der bisherigen Staffeln keine Sorge, dass sie es vergeigen könnten – ganz im Gegenteil. Zum Finale der 6. Staffel fügt sich einiges zusammen, was sich von Anfang an angedeutet hat. Die Episoden 9 und 10 zusammengenommen sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend – eigentlich müsste man sie auf einer Riesenkinoleinwand ansehen. Obwohl das bisher schon grandios ist, kann ich mich angesichts dessen, was logischerweise noch folgen wird – der Krieg der Totenarmee gegen den Rest der Welt – des Eindrucks nicht erwehren, dass es jetzt erst richtig losgeht.

8 Antworten zu “Game of Thrones 6. Staffel

  1. Hmmmmmm, dann muss ich mir die Serie wohl oder übel nun doch einmal ansehen. Vielleicht warte ich aber auch, bis sie komplett fertig ist, dann besorge ich mir die Komplett-Box, das hat sich in den letzten Monaten als ganz hilfreich erwiesen (sonst hänge ich wieder ewig in der Luft, fast so schlimm wie bei der ‚‚Königsmörder-Trilogie“ von Patrick Rothfuss…).

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    • Seltsamerweise sind deine beiden Kommentare hier im Spam-Ordner gelandet, in den ich nur selten reinschaue … auch deswegen komisch, weil deine anderen Kommentare ja immer gleich erschienen sind … verstehe einer WordPress …
      Das mit der Warterei nervt schon, da es ja echte Fortsetzungen sind und die letzten Staffelepisoden jeweils mit einem Cliffhanger enden. Allerdings geht das bei der TV-Serie ja noch – für die Leser von Martins Romanen läuft das schon seit 1996 so …

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  2. Oh, eine kleine Frage an den Insider noch: Weißt du etwas über die Fortsetzung von Cotton Reloaded nach der 50. Episode?

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  3. Kann schon kaum abwarten, wie es weitergeht. :-) Bei den Romanen habe ich es nur bis zum 2. in der Mitte geschafft. Im 1. war mir vieles schon zu langatmig, aber auf Englisch habe ich das ganze Intrigengedöns auch nicht so wirklich gut verstanden, da ich zu schnell gelesen habe. Dass Eddard Stark stirbt, hat für mich vieles uninteressant werden lassen (aus dem Grund habe ich auch niemals den Herr der Ringe durchgelesen, Gandalf tot, alles doof und langweilig, und es hat mir auch niemand gesagt, dass er wiederkommt.) Die Thyrion-Episoden im Buch haben mich lustigerweise total genervt, in der Serie finde ich sie geil, ist ja auch ein toller Schauspieler… Die Geschichte um Arya fand ich in beidem super spannend, die Littlefinger-Sache habe ich im Buch nicht so recht gerafft, in der Serie brenne ich drauf zu wissen, wie es mit ihm weitergeht und ob er jetzt so richtig böse ist oder nicht, oder grau … das Snape-Phänomen…Kann jetzt halt nur von den Romananfängen gehen, aber insgesamt finde ich da die Serie 100 Mal gigantischer, aber ist wohl Geschmackssache.

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    • Ich bin eher der Fantasygucker, weniger der Fantasyleser, muss ich gestehen. Den Herrn der Ringe (erst im zweiten Anlauf geschafft) und den Hobbit hab ich gelesen, aber sonst nicht so überwältigend viel. Ums Lied von Eis und Feuer bin ich immer herumgeschlichen, hab mich aber nicht wirklich rangetraut, weil ich mitbekommen habe, dass die Bücher recht episch angelegt sind und es immer lang gedauert hat – und noch dauert -, bis das nächste erscheint. Das ging ja schon 1996/97 los, inzwischen sind das 20 Jahre …

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