Die Umtriebe des Daniel Kesserich

Ich hab dem Büchernarren in mir mal wieder eine Sonderausgabe gegönnt: Die Umtriebe des Daniel Kesserich von Fritz Leiber. Diese Novelle des preisgekrönten US-amerikanischen Phantastik-Autors aus den Dreißigerjahren, die lange verschollen war und 1997 in den USA posthum veröffentlicht wurde, erschien 2005 in der Edition Phantasia als illustriertes Hardcover im Samtschuber und hat einen Ehrenplatz in meiner Büchersammlung bekommen.

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Ich-Erzähler George Kramer – von Beruf Schriftsteller – schildert seltsame Ereignisse aus dem kleinen kalifornischen Wüstenort Smithville, wo sein ehemaliger Studienkollege Daniel Kesserich außergewöhnliche Forschungen betrieben hat. Forschungen, die den Ort ins Chaos gestürzt und seine Bewohner verunsichert haben. Nach und nach enthüllt Kramer, wie Kesserich versucht hat, die verstorbene Ehefrau eines Freundes ins Leben zurückzuholen. Jedoch nicht, indem er die Tote wiedererweckt, sondern indem er die Zeit überlistet. Doch seine Experimente hatten schreckliche Folgen.

Die Geschichte ist in einem Stil verfasst, den man aus Phantastik-Storys der Zwanziger- und Dreißigerjahre kennt: Ein Autor schildert, was er angeblich tatsächlich erlebt hat und mischt „Augenzeugenberichte“ in den Erzähltext. So scheint erst nach und nach durch, was geschehen ist, auch wenn man als Leser von vornherein eine gewisse Ahnung hat. Was er schildert, erinnert an die Geschichten von Leibers damaligen Zeitgenossen H. P. Lovecraft und Algernon Blackwood, und es ist durchaus vorstellbar, dass die Novelle für eins der damals einschlägigen Pulp-Magazine wie Amazing Stories oder Weird Tales gedacht war. Leider fehlen im Buch Infos zur Entstehungsgeschichte und dazu, warum das Manuskript verschollen war, aber das ist auch das Einzige, was mir an der Ausgabe missfällt. Die Sprache ist nicht ganz so überladen, wie man es etwa von Lovecraft kennt. Joachim Körbers Übersetzung liest sich modern, aber trotzdem stilecht. Das Buch enthält drei sehr schöne Farbillustrationen von Lars Nestler, dessen Coverillu sich auch zwischen den Kapiteln als Vignette wiederfindet. Ein rundum gelungenes Sammlerstück.

6 Antworten zu “Die Umtriebe des Daniel Kesserich

  1. Herrlich, will haben! Meinen Dank für den Hinweis!

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  2. Danke für den Tipp!! Mal schauen, ob es antiquarisch zu bekommen ist… wäre was für den nächsten Urlaub :-)

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