Galaktische Mission

Mit seinem ersten Roman Krieg der Klone hat John Scalzi vor gut zehn Jahren gleich einen Bestseller gelandet. Seitdem ist er in das Universum von Old Man’s War (so der Originaltitel seines Erstlings) immer wieder zurückgekehrt. Galaktische Mission ist bereits die sechste Space Opera aus dieser Reihe – wobei es sich bei den letzten beiden Büchern streng genommen um Episodenromane handelt, deren Einzelgeschichten in der US-Originalfassung vorab als eBooks veröffentlicht wurden.

galaktische-missionSeitdem die Menschen von der Erde ausgeschwärmt sind, haben sie mit der zu Verteidigungszwecken gegründeten Kolonialen Union ihre Machtposition im All gesichert. Dagegen steht die Konklave, ein Zusammenschluss von mehreren hundert Alienrassen, die jedoch untereinander teilweise zerstritten sind. Inzwischen droht die Koloniale Union zwischen der Konklave und der Erde, die der Kolonialen Verteidigungsarmee den Nachschub an Streitkräften verweigert, aufgerieben zu werden. Zudem hat sich im Verborgenen eine weitere Macht gebildet, die gegen die anderen Bündnisse intrigiert, indem sie neue Allianzen zu schmieden versucht. In diesem Spannungsfeld müssen Lieutenant Harry Wilson und andere mit allerlei Tricks versuchen, die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Für Neueinsteiger ist Galaktische Mission nicht unbedingt geeignet, da auf den Vorgänger Die letzte Einheit aufgebaut wird (Neueinsteigern, die Scalzi mal anlesen möchten, würde ich Krieg der Klone empfehlen). Nachdem dieser Vorgänger mit dreizehn teilweise recht kurzen Einzelepisoden auf mich ziemlich zerfasert und nur leidlich unterhaltsam wirkte, fügen sich in Galaktische Mission die vier Episoden in Novellenlänge tatsächlich zu einem Roman mit durchgehender Handlung zusammen. Allerdings mit wechselnden Hauptfiguren, was auch damit verbunden ist, dass der Ich-Erzähler in jeder Episode wechselt, was kurzzeitig irritiert, worauf man sich aber jeweils nach wenigen Seiten recht gut einstellen kann. Eine fünfte Episode gibt es als Bonus obendrauf, sie stellt allerdings nur eine alternative Variante zur ersten und längsten Geschichte im Buch dar.

Scalzis Stärke ist zweifellos der Unterhaltungsfaktor. Seine Plots zeichnen sich überdies durch teilweise aberwitzige Wendungen aus, die von seinen cleveren Protagonisten inszeniert werden. Die Einzelepisoden werden mal aus Sicht der Menschen, mal aus Sicht der Aliens geschildert, was durchaus seinen Reiz hat und Schwarz-Weiß-Malerei verhindert. Mit Galaktische Mission kann Scalzi besser an die herausragenden ersten beiden Romane der Reihe anknüpfen als mit dem Vorgänger, allerdings ohne die Klasse von Krieg der Klone und Geisterbrigaden zu erreichen.

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