Grauer Teufel

Der Bücherverschlingen-Blog hat für den Oktober die Halloween-Wochen ausgerufen und andere Blogger gebeten, an der Aktion teilzunehmen, was ich gern tue. Dies zunächst einmal mit einer Bücherempfehlung: Grauer Teufel von Graham Masterton.

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„Englands Großmeister der Angst“ steht auf dem Cover unter dem Namen des Autors. Solche Coversprüche sind ja immer mit Vorsicht zu genießen, für Graham Masterton jedoch ist es zumindest nicht deplatziert. Der Siebzigjährige gehört seit vielen Jahren zur ersten Garde der englischen Horrorautoren. Seine Romane Der Ausgestoßene und Die Opferung – beide im Festa Verlag erschienen – fand ich so gut, dass ich sie schon zweimal gelesen habe. Festa hat noch weitere Bücher von Masterton im Programm, die ich bisher nicht kenne. Bei seinem im Original im Jahr 2004 erschienenen Horrorthriller Grauer Teufel hab ich das kürzlich geändert und war ähnlich angetan wie von den anderen beiden Romanen.

grauer-teufelPolizei-Lieutenant Decker Martin wird in Richmond mit einem Fall konfrontiert, wie er ihn noch nicht erlebt hat: Ein Mordopfer hat vor seinem Tod noch einen Notruf abgesetzt, aus dessen Wortlaut hervorgeht, dass der Mörder unsichtbar ist. Zumindest konnte das Opfer ihn nicht sehen, obwohl es zahlreiche Stichverletzungen erlitten hat. Doch ein kleines Mädchen, das als geistig zurückgeblieben gilt und laut seiner Mutter mit einer besonderen Gabe ausgestattet ist, behauptet, einen Mann mit grauem Mantel, Hut und einem Schwert in der Nähe des Tatorts gesehen zu haben. Martins Recherchen führen ihn hundertfünfzig Jahre in die Vergangenheit: Zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs gab es in der Armee der Konföderierten eine Sondereinheit, die die drohende Niederlage mithilfe alter Rituale des Santeria-Kults abwehren wollte. Auch wenn der Lieutenant es zunächst nicht glauben mag, verdichten sich die Anzeichen, dass das Mädchen einen dieser Soldaten in seiner grauen Uniform gesehen hat – und als Mordwaffe diente womöglich sein Säbel oder ein Bajonett. Bald gibt es weitere Opfer, und Martin muss schmerzlich feststellen, dass er viel tiefer in dem Fall drinsteckt, als ihm lieb sein kann.

Grauer Teufel ist sowohl Polizei- als auch Horrorthriller. Masterton baut den Kriminalfall geschickt auf und führt mehr und mehr übernatürliche Elemente in die Handlung ein. Auch wenn man früh erfährt, wer dieser Mörder ist, tut das der Spannung keinen Abbruch, denn ab diesem Zeitpunkt geht es eigentlich erst richtig los. Bis zum mörderischen Showdown bleibt der von Alexander Rösch übersetzte Roman fesselnd, was auch dem geschichtlichen und kultischen Hintergrund zu verdanken ist.

3 Antworten zu “Grauer Teufel

  1. Einmal mehr meinen Dank! Ich kannte weder das Buch noch den Autor – welches würdest Du mir denn als erstes empfehlen?
    Liebe Grüße!

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  2. Und wieder: Danke. Hören sich ja wirklich alle drei gut an …

    Gefällt mir

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