Die Katzen von Montmartre

Zur Abwechslung mal wieder ein Katzenkrimi, und was für einer: Die Katzen von Montmartre von Tessa Korber ist mir kürzlich in der Buchhandlung förmlich entgegengesprungen, obwohl das Buch nicht speziell platziert war und auch kein dicker Paperback-Wälzer ist (vielleicht gerade deswegen). Außerdem hab ich noch keinen Roman der Autorin gelesen, die in meiner Region lebt, und das wollte ich endlich mal nachholen.

die-katzen-von-montmartreAuf dem Friedhof von Montmartre und darum herum leben viele Katzen, allen voran Bonnard, der alles im Blick hat, was dort geschieht. Und das sind zwei unerhörte Begebenheiten gleichzeitig: Der Schwarm aller Kater, die anmutige Griselle, verschwindet unter mysteriösen Umständen, und auf dem Friedhof wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Das sorgt für Aufregung nicht nur bei den menschlichen Bewohnern von Montmartre, sondern auch bei der Katzengemeinde. Puzzleteilchen für Puzzleteilchen setzen die Detektive wider Willen auf vier Pfoten zusammen, um den Rätseln auf die Spur zu kommen, und dabei tun sich Abgründe auf, die sie nicht für möglich gehalten hätten.

Das Katzendasein kann man als Leser mit allen Sinnen miterleben: Man sieht, was die Katzen sehen, hört, was sie hören (und kriegt mit, was sie darüber denken); man riecht und schmeckt förmlich, was sie riechen und schmecken. Wer selbst Katzen hat, wird vieles wiedererkennen, vom „spontanen Putzfimmel“ bis hin zum „Zwischen-den-Beinen-Herumlaufen-um-den-Zweibeiner-zu-Fall-zu-bringen“. Tessa Korber lässt dies alles scheinbar spielerisch leicht in ihren Krimi einfließen, wodurch das Wechselspiel der Perspektiven – mal aus Sicht der Katzen, mal aus Sicht der Menschen – nahtlos ineinander übergeht. So ergibt sich eine wundervoll erzählte Geschichte, die gelegentlich beschwingt und gelegentlich auch melancholisch eingefärbt den Leser teilhaben lässt am Leben der Katzen mit ihren Zweibeinern und daran, wie sie Anteil am Schicksal der anderen Katzen und der Menschen nehmen und auch mal Schicksal spielen, wenn sie es für angebracht halten.

Die Katzenrasselbande von Montmartre gibt es übrigens tatsächlich, auch wenn die Romanhandlung und die Figuren frei erfunden sein dürften. Beim Herumzappen in der Flimmerkiste bin ich vor einiger Zeit auf eine Sendung gestoßen, in der die Katzen vom Friedhofsgelände vorgestellt wurden. Manches im Buch hat mich daran erinnert – vielleicht hat Tessa Korber diesen Film auch gesehen und sich davon inspirieren lassen.

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