Archiv der Kategorie: Bilderwelten

EXODUS 36

Im Mai erscheint das SF-Magazin EXODUS 36, wieder mal mit einer Story von mir. Durch die Zeitwüste baut auf meiner Story Die Zeitwüste auf, die 2010 in EXODUS 26 erschienen ist. Die neue Kurzgeschichte ist aber ohne Vorkenntnisse lesbar. EXODUS 36 widmet sich als Themenband der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, die in diesem Jahr ihr dreißigjähriges Bestehen feiert.

Neben dem dreißigjährigen Jubiläum der Phantastischen Bibliothek wird auch SF-Autor Herbert W. Franke anlässlich seines neunzigjährigen Geburtstags ausgiebig gewürdigt. Der in München wohnende Österreicher Franke wurde übrigens jüngst zum Grand Master of Science Fiction ausgezeichnet.

Die Bildergalerie des Magazins bestreiten diesmal mehrere Grafiker und widmen sich dabei phantastischen Bibliotheken. Die weiteren Storys stammen von den Kollegen Victor Boden, Manfred Borchard, Christian Endres, Tino Falke, Uwe Hermann, Hans Jürgen Kugler, Jacqueline Montemurri, Uwe Post, Michael Siefener, Fabian Tomaschek und Wolf Welling.

Aus besonderem Anlass gibt es EXODUS 36 auch mit einem Variantcover. Das reguläre Farbcover stammt von Meike Schultchen. Die auf 111 Ausgaben limitierte Variante in schwarz-weiß hat Thomas Franke geschaffen, der EXODUS als Autor und Grafiker bereits seit Ausgabe 5 im Jahr 1976 begleitet und bereichert. Das SF-Magazin erschien erstmals 1975, legte dann 1980 eine längere Pause ein und erscheint seit 2003 wieder regelmäßig etwa zweimal jährlich.

Die Krone der Sterne

Ein weiteres Buch des neuen Phantastik-Verlages FISCHER Tor: Die Krone der Sterne von Kai Meyer wird nicht als Science Fiction beworben, was aufgrund des Settings naheliegend wäre, sondern als Space-Fantasy voller Dramatik, Action und Magie. Aber das passt ganz gut, denn der Roman erinnert eher an fantasy-angereicherte SF wie Star Wars oder Frank Herberts Der Wüstenplanet als an Hard-SF wie etwa Robert Charles Wilsons Spin-Trilogie oder Star Trek.

die-krone-der-sterneDas galaktische Reich Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Baroness Iniza wurde auserwählt, Braut der Gottkaiserin zu werden. Doch das möchte sie auf keinen Fall, denn die Bräute der Gottkaiserin ereilt ein schlimmes Schicksal. Hauptmann Glanis, der sich als Inizas Liebhaber entpuppt, will ihr bei der Flucht helfen, aber die misslingt. Der Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern mischen sich ein, und bald stellt sich heraus, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Auch wenn die vier in der Not zusammengeschweißt werden, weiß Iniza nicht, wem sie vertrauen kann und wem nicht, zumal weitere zwielichtige Gestalten auf der Bildfläche erscheinen.

Ich hab ein bisschen gebraucht, bis ich in den Roman reingekommen bin. In den ersten Kapiteln wechseln sich Actionszenen mit vielen Erklärungen zur Welt und zum Hintergrund (teils im Erzähltext, teils in den Dialogen) ab – diese Mischung hat mich wohl etwas erschlagen. Aber nachdem so halbwegs absehbar war, wer wer ist und was wer vorhat, und somit zur Action auch mehr und mehr Handlung und Hintergrund hinzukam, las sich das Ganze immer unterhaltsamer und spannender. Außerdem werden die Charaktere interessanter, je mehr man darüber erfährt, wie sie ticken. Vergleiche zu Chris Woodings Weltraum-Piraten oder der Crew der Firefly sind durchaus angebracht.

Kai Meyer wollte explizit keine Hard-SF schreiben, sondern eine klassische Space Opera bzw. farbenfrohe Abenteuer-SF, die sich nicht um wissenschaftliche Erklärungen kümmert. Vorbilder dafür waren vor allem Science-Fiction-Filme, die er in seiner Kindheit und Jugend gesehen hat: Star Wars, Kampfstern Galactica, Buck Rogers, Star Crash usw. (Filme, die mich – nebenbei bemerkt – damals auch begeistert haben und denen auch für mich eine große Portion Nostalgie anhaftet). Die Action dominiert, im Prinzip erstreckt sich die Handlung des Romans im Wesentlichen auf Inizas abenteuerliche Flucht, die durch Informationen zum Weltenbau und zu den zahlreichen Figuren und deren Geheimnissen aufgelockert wird. Die Flucht-Story kommt zu einem Abschluss, aber einiges bleibt am Ende offen. Inzwischen hat Kai Meyer angekündigt, dass mindestens noch zwei Fortsetzungen erscheinen werden.

Zu einem Kleinod für die Büchersammlung wird Die Krone der Sterne durch die tolle Aufmachung: Schon das Cover ist mit seiner goldenen Gestaltung ein Hingucker, und mehrseitige Illustrationen zum Einstieg sowie kleine Vignetten zu Beginn jedes Kapitels von Jens Maria Weber zeigen, dass man aus einem Papierbuch fürs Sammlerauge deutlich mehr herausholen kann als aus einem rein funktionalen eBook. Auf Webers Internetseite lassen sich viele seiner Illustrationen bewundern – reinschauen lohnt sich!

Weggetaut

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Winterspaziergang

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Frost Neujahr!

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EXODUS 35

EXODUS belebt seit vielen Jahren die SF-Kurzgeschichtenszene. Kürzlich ist die 35. Ausgabe erschienen – wahrlich eine stolze Anzahl! Das großformatige Magazin bietet nicht nur guten und vielseitigen Schmökerstoff, sondern auch was fürs Auge: Für jede Story wurden eigens Illustrationen angefertigt, zudem gibt es eine farbige, etwa zwanzigseitige Galerie, in der Stas Rosin zeigen kann, welche grandiosen Grafiken er im Portfolio hat. Rosin hat mich auch schon in anderen Magazinen beeindruckt, und in EXODUS gelingt ihm dies aufs Neue.

exodus-35Gleiches gilt für Gabriele Behrend, die ihre Kurzgeschichte Suicide Rooms nicht nur kongenial selbst illustriert, sondern mich mit der Story auch richtig gepackt hat. Zwar erschöpft sich der SF-Gehalt in dem (heutzutage noch nicht denkbaren) Gesellschaftsmodell, in dem ein Rundum-Service für Selbstmordwillige fast wie ein alltägliches Geschäft anmutet, aber die Geschichte geht nicht nur thematisch sehr nahe, sie ist auch von Anfang bis Ende fesselnd geschrieben. Ähnlich genossen habe ich Drachenreiter von Arno Behrend (mit Gabriele verheiratet, ein SF-schreibendes Ehepaar!). Astronauten untersuchen ein unbekanntes Flugobjekt in einer Erdumlaufbahn und erleben – natürlich – eine Überraschung. Herausheben möchte ich zudem Spectaculum Veritatis Homini von Fabian Tomaschek, der eine Marsmission der etwas anderen Art thematisiert. Bei den beiden letztgenannten Geschichten hadere ich lediglich etwas mit dem Schluss. Überdies finden sich lesenswerte Storys von R. B. Bonteque, Frank Neugebauer, Uwe Post und Nicole Rensmann in dieser Ausgabe.

Mir bleibt also nur, meine Empfehlung für das Magazin zu erneuern, das ein- bis zweimal pro Jahr erscheint. Die nächste Ausgabe ist fürs kommende Frühjahr geplant.

Noch mehr Herbstfarben

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