Archiv der Kategorie: Hörbuch

Minority Report (Hörbuch)

Noch ein Hörbuch-Liebling aus meinem alten SF-Netzwerk-Blog:

Kurzgeschichten von Philip K. Dick sind meist lesenswert (und natürlich nicht nur die Short Storys). Auch verfilmenswert, wie etwa Erinnerungen en gros (Filmtitel Total Recall, 1990), Variante zwei (Screamers, 1996) oder Der Minderheiten-Bericht (Minority Report, 2002) beweisen. Die beiden letztgenannten Storys haben den Weg auf ein TV-Movie-Kopfkino-Original-Hörbuch gefunden, was wir der Steven-Spielberg-Verfilmung von Minority Report zu verdanken haben.

Minority Report HörbuchIm Minderheiten-Bericht werden künftige Verbrechen durch sogenannte „Präkog-Idioten“ (menschliche Mutanten mit der Gabe, die Zukunft vorherzusehen) erkannt und die Verbrecher verhaftet, noch bevor sie die Tat überhaupt begehen können. Doch wie alle komplizierten Systeme ist auch dieses nicht unfehlbar. In Variante zwei erschaffen Kampfroboter neue Varianten aus bisherigen Modellreihen, die plötzlich zur Gefahr für die Menschen werden. Variante eins wurde ursprünglich konstruiert, damit die Roboter anstelle von menschlichen Soldaten kämpfen.

Die zwei Geschichten aus den fünfziger Jahren sind längst Klassiker und zeigen exemplarisch, wie Dick sein Publikum zu fesseln versteht. Er baut die Geschichten um eine faszinierende und an sich zeitlose Grundidee auf. Darum herum inszeniert er ein hübsches Verwirrspiel, dem man durchaus aufmerksam folgen sollte und bei dem man mitdenken darf. Patrick Winczewski (seit einigen Jahren Synchronsprecher für Tom Cruise, der in Minority Report die Hauptrolle spielte) macht seine Sache gut, und 9,95 Euro ist ein fairer Preis für die 4-CD-Box zum Aufklappen. Bei dem reichhaltigen Angebot an Dick-Storys hätte man allerdings noch eine oder zwei Geschichten draufpacken können, aber auch so bieten die dreieinhalb Stunden großes Hörvergnügen.

Gelesen von Patrick Winczewski, ungekürzte Fassung, 4 CDs, 212 Minuten, Random House Audio.

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Herr der Fliegen (Hörbuch)

Wieder mal ein Hörbuch-Liebling aus meinem alten Blog:

Herr der FliegenDen ersten Kontakt mit dem Klassiker des Nobelpreisträgers William Golding hatte ich in der Schule. Herr der Fliegen war als Lektüre vorgesehen, allerdings ging zum Ende des Schuljahres irgendwie die Zeit aus, und obwohl das Buch bereits für die ganze Klasse angeschafft war, lasen wir den Roman nicht mehr im Unterricht. Was ich damals sehr schade fand, denn neben 1984 war es endlich mal eine Schullektüre, die mich wirklich interessierte. Schon allein wegen der martialisch bemalten Gestalt auf dem Buchcover, die auch für das Argon-Hörbuch verwendet wurde, und dann natürlich wegen des vielversprechenden Inhalts. Ich nutzte damals also die Sommerferien und verschlang das Buch innerhalb kürzester Zeit, was vor allem an der fesselnden Abenteuergeschichte lag.

In einem Atomkriegsszenario strandet eine Schar von unterschiedlich alten Schuljungen, die ein Flugzeugunglück überlebt haben, auf einer einsamen Pazifikinsel. Hier gibt es keine Erwachsenen – die Schüler sind sich selbst überlassen und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie wählen einen Anführer und teilen sich in Gruppen auf, die zur Jagd, zum Bewachen des Signalfeuers und zum Hüttenbauen eingesetzt werden. Während einige das Ganze zunächst als großes Robinsonabenteuer betrachten, sind andere bemüht, das Überleben zu sichern. Schon bald gibt es Kompetenzstreitigkeiten, und die Jagd auf Schweine artet in einen Blutrausch aus, dem ein Junge zum Opfer fällt. Die Gemeinschaft bricht auseinander, die Schüler schlittern nach dem Flugzeugabsturz in ihre zweite Katastrophe.

Für mich gehört der 1954 erschienene Roman zum Besten, dem jemals der Stempel Jugendbuch aufgedrückt wurde. Dabei habe ich es eigentlich nie als reines Jugendbuch gesehen. In die Story fließt viel von dem ein, was das Menschsein ausmacht – auch die negativen Seiten. Aus Machtstreben, Gewaltbereitschaft und dem Sich-Entfernen von dem, was Zivilisation bedeutet, entwickelt sich ein Szenario, das ebenso gut unter Erwachsenen spielen könnte.

Die Lesefassung auf CD ist leider gekürzt, was angesichts der überschaubaren Länge des Romans wieder einmal ein Ärgernis darstellt. Immerhin wird der Inhalt durch die Kürzungen nicht verfälscht, soweit ich es beurteilen kann (das letzte Wieder-Lesen der ungekürzten Fassung liegt ein Weilchen zurück). Andreas Fröhlich trägt den Roman exzellent vor. Er variiert die Stimme dort, wo es angebracht ist, ohne dabei in Ausdrucksfaxen abzudriften. Allerdings ist es immer so eine Sache, wenn ein bekannter Synchronsprecher ein Hörbuch einliest, der so extrem mit einem Schauspieler identifiziert wird, wie es bei Fröhlich der Fall ist: Wenn ich seine Stimme höre, denke ich sofort automatisch an John Cusack, und es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Figuren vor meinem geistigen Auge nicht mehr wie Cusack ausgesehen haben … Trotzdem ist es alles in allem ein sehr empfehlenswertes Hörbuch.

Gelesen von Andreas Fröhlich, 6 CDs, 423 Minuten, Argon Verlag, Autorisierte Lesefassung.

Die Mars-Chroniken (Hörbuch)

Der Vollständigkeit halber nach Fahrenheit 451 hier auch das zweite Hörbuch, das ich von Ray Bradbury in meiner Sammlung habe: Die Mars-Chroniken dürften beinahe ebenso bekannt sein und zeigen, dass Bradbury ein begnadeter Kurzgeschichtenautor war.

Die Mars-Chroniken (Hörbuch)Der „Roman in Erzählungen“ beinhaltet eine Sammlung von SF-Storys, die in den 1940er Jahren in diversen Magazinen veröffentlicht wurden. In kürzeren und längeren Episoden wird die Kolonisierung des Mars – in Anlehnung an die Kolonisierung der Neuen Welt – geschildert. Dabei steht nicht etwa die Technik bei der Besiedlung im Vordergrund, sondern eher Menschliches oder Unmenschliches – je nach Betrachtungswinkel. Die Vielfalt der Erzählungen ergibt letztlich das Gesamtbild, weswegen man das Werk durchaus als Episodenroman bezeichnen kann.

Bradburys Stil ist nicht jedermanns/-fraus Sache, aber wenn man sich reingelesen – oder reingehört – hat, ist es ein wunderbarer Erzählstil, der gerade im Hörbuch sehr schön zu Geltung kommt: locker, ungezwungen, dabei oft hintergründig oder auch augenzwinkernd, und manchmal fast schon poetisch. Sehr schön anzuhören; nicht unbedingt in einem Stück, aber immer mal zwei, drei Episoden. Tolles Hörbuch in einer schönen Pappbox.

Gelesen von Hans Eckardt, 7 CDs, 505 Minuten (ungekürzt), Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen.

Fahrenheit 451 (Hörbuch)

Fan von Ray Bradbury bin ich schon seit der Schulzeit, seit ich seine Kurzgeschichten aus der Storysammlung Der illustrierte Mann gelesen habe. Zu meinen Lieblingshörbüchern gehört sein wohl bekanntester Roman Fahrenheit 451: Gelesen von Hans Eckardt, 5 CDs, 353 Minuten (ungekürzt), Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen.

Fahrenheit 451 Hörbuch451° Fahrenheit ist die Temperatur, bei der Papier verbrennt – eine wichtige Gradzahl für den Feuerwehrmann Guy Montag. Seine Aufgabe ist es jedoch nicht, Brände zu löschen, sondern Bücher zu verbrennen. Eine Aufgabe, der er dienstbeflissen nachkommt, ohne sie in Frage zu stellen. Denn in dem Staat, in dem er lebt, sind Bücher geächtet, Lesen ist streng verboten. Eines Tages lernt er ein junges Mädchen kennen und gerät infolgedessen aus der Spur. Er wird sogar zum Verbrecher – indem er ein Buch liest.

Fahrenheit 451 wird mitunter neben Orwells 1984 und Huxleys Schöne neue Welt genannt, wenn von großen, wichtigen Dystopien des 20. Jahrhunderts die Rede ist. Ein faszinierender und stilistisch bestechender Roman, der seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich ein Faible für Ray Bradbury entwickelt habe. Auch in der Hörbuchfassung ein Genuss, den man aber schwerlich „mal so nebenbei“ laufen lassen kann. Man sollte konzentriert zuhören, damit einem nichts entgeht.

Frühling und Sommer, Herbst und Winter (Hörbücher)

Frühling Sommer Herbst und TodUnd noch ein Lieblings-Hörbuch aus meinem alten Blog – in diesem Fall sind’s gleich zwei, in denen die Novellen aus Stephen Kings Frühling, Sommer, Herbst und Tod vertont wurden. Neben den Storys aus Nachtschicht waren es vor allem diese Erzählungen, die mich 1984 zum King-Fan gemacht und zum Schreiben animiert haben:

Frühling und Sommer HörbuchGelesen von Lutz Riedel, Oliver Rohrbeck, Udo Schenk und Joachim Kerzel, 19 CDs in zwei Schubern (jede Novelle in einer Plastikbox), Gesamtspieldauer ca. 22 Stunden, Lübbe Audio

„… bei den meisten Novellen hat man“, schreibt Stephen King im Nachwort zu seiner Novellensammlung Frühling, Sommer, Herbst und Tod, „was ihre Vermarktung anbetrifft, einige Schwierigkeiten.“ Auf gerade diese vier Novellen dürfte das nicht zutreffen. Bei Lübbe Audio kam die Sammlung unter dem (leider – und warum eigentlich?) abgewandelten, langweiligeren Titel Frühling und Sommer, Herbst und Winter als Hörbuch heraus, nachdem das Buch in zig Auflagen in zig Sprachen erschienen ist.

Herbst und Winter HörbuchDie Verurteilten, Der Musterschüler, Die Leiche und Atemtechnik zeigen – gerade am Beispiel Stephen King – eindrucksvoll die Stärke der Novelle: King hat hier mehr Raum als in einer Kurzgeschichte, um seine Charaktere lebendig werden zu lassen, andererseits schweift er nicht dermaßen weit ab wie in manchen seiner Romane, wo Nebenhandlungen und breit ausgewalzte Nichtigkeiten für den Leser mitunter zur Geduldsprobe werden. Vielleicht nicht zuletzt deswegen zählen die Verfilmungen von Die Verurteilten und Stand By Me (Die Leiche) zu den besten King-Verfilmungen überhaupt.

Riedel, Rohrbeck, Schenk und Kerzel machen das Hörbuch zu einem Glanzstück meiner Sammlung. Die Novellen sind weitgehend so geschrieben, wie man eine Geschichte auch mündlich erzählen würde – abends vorm Kamin oder am Lagerfeuer … Und so ist es ein Genuss, sich zurückzulehnen und gebannt zuzuhören.

Schreibkram 2015

Die Tage vergehen wie im Flug, und schon ist mehr als die Hälfte des Jahres vorbei … Zeit also, schreibkramtechnisch eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Ebene Null eBookDie Resonanz auf meinen ersten COTTON-RELOADED-Roman Ebene Null, der im Mai bei Bastei Lübbe als eBook und Hörbuch erschienen ist, liest sich bisher erfreulich positiv, zum Beispiel hier oder hier. Erstaunlicherweise beziehen sich die Bewertungen und das Feedback, das ich per E-Mail oder hier im Blog in Form von Kommentaren erhalten habe, überwiegend auf die Hörbuchversion (übrigens eine ungekürzte Lesung). Die COTTON-RELOADED-Hörbücher mit jeweils drei bis dreieinhalb Stunden Laufzeit scheinen sich allgemein großer Beliebtheit zu erfreuen. Andererseits hat natürlich noch nicht jeder potentielle Leser einen eBook-Reader, klar.

Fränkischer Krimipreis 4Darüber, dass mein Kurzkrimi Greenhorn beim Fränkischen Krimipreis den 3. Platz belegt hat, hab ich ja schon ausführlich berichtet. Darüber bin ich immer noch happy, ebenso über den gelungenen Preisverleihungsabend in der Nürnberger Tafelhalle inklusive netter Plaudereien und natürlich über den stattlichen Büchergutschein, den ich gewonnen habe (und den ich nun endlich mal einlösen sollte).

Ebenfalls sehr positiv ausgefallen ist die (leider bislang nur sehr spärliche) Resonanz auf meine Horrorstory Kleiner Vogel, flieg! in ZWIELICHT 6, so etwa hier und hier. Zwielicht 6 Saphir im StahlDas Interesse an Kurzgeschichten ist aber wohl nach wie vor gering und hat in den letzten Jahren – zumindest gefühlt – sogar noch leicht nachgelassen. Sehr schade, wie ich finde, aber alle Versuche im letzten Jahrzehnt, die kurze Erzählform mit Magazinen und Anthologien wieder etwas stärker in den Fokus der Leser zu rücken, scheinen nicht gefruchtet zu haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich der Kurzgeschichte und Novelle den Rücken kehre (weder als Autor noch als Leser). So sind 2015 ja noch zwei Kürzestgeschichten von mir erschienen, die ich im Frühjahr geschrieben habe (im Gegensatz dazu entstanden Kleiner Vogel, flieg! und Greenhorn bereits 2014), nämlich Weimar-Tours und Katzenspielzeug. Außerdem wurden zwei Horror-Kurzgeschichten wiederveröffentlicht.

Allerdings muss ich gestehen, dass die spärliche Leserresonanz im Bereich der Kurzgeschichte mich dahin gebracht hat, mich schreibtechnisch vermehrt anderweitig zu betätigen. Schließlich lebt man als Autor auch davon, dass der eigene Schreibkram Leser findet – und das nicht nur deswegen, weil man nur dann ein Honorar erhält, wenn sich auch genügend Käufer dafür interessieren.

Daher arbeite ich seit einigen Monaten an einem Projekt mit, das allmählich Gestalt annimmt, über das ich aber noch nichts Näheres verraten darf. Außerdem werde ich in den kommenden Tagen meinen nächsten Roman für COTTON RELOADED angehen, für den das Exposé fertig und mit dem Verlag abgestimmt ist. Er soll dann im Frühjahr 2016 erscheinen.

Wenn ich mir überlege, dass ich von 2010 bis 2012 aus verschiedenen Gründen kaum etwas geschrieben und erst 2013 wieder begonnen habe, etwas regelmäßiger an meinem Schreibkram zu arbeiten, kann ich damit, wie dieses erste Halbjahr 2015 gelaufen ist, eigentlich sehr zufrieden sein. Zumal das Schreibpensum sich im zweiten Halbjahr noch steigern dürfte und die kommenden Monate weitgehend verplant sind.

Überdies werden im Herbst voraussichtlich noch zwei Erzählungen von mir erscheinen: In der Nr. 33 des SF-Magazins EXODUS die Near-Future-Story Der Zwillingsfaktor, für die das Lektorat bereits abgeschlossen ist. Außerdem ist eine weitere Kurzgeschichte für die siebte Ausgabe des Horrormagazins ZWIELICHT eingeplant.

Nachtschicht

Ein Ereignis zu benennen, das als Initialzündung für eine bestimmte Entwicklung fungiert, ist nicht immer ganz einfach. Soweit es mich und das Schreiben von Kurzgeschichten betrifft, dürfte aber Stephen Kings Storysammlung Nachtschicht so eine Initialzündung gewesen sein – und mit Sicherheit auch ein Ereignis, denn als das Buch 1984 auf Deutsch herauskam, war ich schwer von Kings Art begeistert, Geschichten zu erzählen und übers Schreiben zu plaudern (und bin es heute in abgeschwächter Form immer noch). Im Schreiben versucht hatte ich mich schon, bevor ich das Buch in die Finger bekam, aber danach widmete ich mich dem Verfassen eigener Kurzgeschichten wesentlich ernsthafter.

NachtschichtFür mich ist Nachtschicht bis heute Kings beste Storycollection und ein Highlight in punkto Kurzgeschichtensammlungen überhaupt. Mag sein, dass da auch verstärkt nostalgische Erinnerungen mitschwingen, aber ich habe das mittlerweile arg zerlesene Buch in den letzten dreißig Jahren immer wieder zur Hand genommen und mich jedes Mal erneut sehr gut unterhalten. Es beinhaltet Erzählungen, die zwischen 1970 und 1978 überwiegend in US-Magazinen erstveröffentlicht wurden. Zumeist sind sie nicht besonders subtil, sondern wurden eher für Leser geschrieben, die in diesen Magazinen in erster Linie kurzweilige Unterhaltung suchten. Und das hat King auf beeindruckende Weise hinbekommen. Heute verfasst er solche Geschichten kaum noch – leider. Dagegen, dass sich sein Stil und seine Interessen im Lauf der Jahre gewandelt haben, hab ich gar nichts einzuwenden. Aber er könnte in seine neueren Storysammlungen ruhig öfters mal Geschichten im Stile seiner alten aus den Sechzigern und Siebzigern einfließen lassen.

Bei Lübbe Audio sind zwei Hörbücher erschienen, in denen etwa die Hälfte der Kurzgeschichten aus der Storysammlung präsentiert werden:

Nachtschicht HörbuchAuf dem ersten Hörbuch finden sich nur 5 der 20 Kurzgeschichten auf 4 CDs mit 256 Minuten Spielzeit, aber es wurde eine gute Auswahl getroffen. Auch wenn jeder King-Leser natürlich seine eigenen Favoriten hat, wird sich die eine oder andere der fünf Storys vermutlich darunter finden. Joachim Kerzels (Synchronsprecher u.a. von Jack Nicholson, Dustin Hoffman) Vortrag ist vielleicht nicht überragend, aber doch sehr solide. Ungekürzt werden gelesen: Der Rasenmähermann, Lastwagen, Manchmal kommen sie wieder, Der Mauervorsprung und Das Schreckgespenst. Als Bonus gibt’s Kings Vorwort, das folgendermaßen beginnt: „Unterhalten wir uns, Sie und ich. Unterhalten wir uns über Angst.“ Und genau das tut er dann, um mit den Worten zu enden: „Mein ganzes Leben als Schriftsteller bin ich immer von einem überzeugt gewesen: In der Fiktion muss die Geschichte selbst so gut sein, dass sie alle anderen Qualitäten des Autors in den Schatten stellt; Charakterisierung, Stil, Thema, Stimmung, das alles bedeutet nichts, wenn die Geschichte langweilig ist. Und wenn die Geschichte fesselt, kann der Leser alles andere verzeihen …“ In seinen Nachtschicht-Storys hat er das – von kleinen Ausnahmen vielleicht abgesehen – beherzigt.

Nachtschicht2 HörbuchDas zweite Hörbuch enthält die bearbeiteten Fassungen der Storys Spätschicht, Der Wäschemangler, Quitters Inc., Schlachtfeld, Ich weiß, was du brauchst und Der Mann, der die Blumen liebte. Diesmal gelesen von Uli Krohm (4 CDs, 247 Minuten). Die Auswahl ist okay, auch wenn man durchaus ein, zwei andere Geschichten hätte hereinnehmen können (anstelle von z. B. Der Mann, der die Blumen liebte). Nun ja, vielleicht wollte man ein paar Storys für ein drittes Hörbuch aufsparen. Nichtsdestotrotz ist Nachtschicht 2 eine hörenswerte Ergänzung zur ersten Ausgabe.