Warum ich lese – 40 Liebeserklärungen an die Literatur

Als ich diesen Blogbeitrag verfasste, dachte ich noch nicht daran, dass er mal Teil eines Buches sein würde. Aber was der Kulturwissenschaftler, Autor und Blogger Sandro Abbate angeleiert hatte, zog immer weitere Kreise, bis der homunculus Verlag die gesammelten Liebeserklärungen an die Literatur in ein außergewöhnliches Buch gepackt hat, das in diesen Tagen erscheint:

40 Blogger fanden mit ihren Liebeserklärungen Eingang in das Buch. Sie schildern nicht nur, wie sie zum Lesen kamen, sondern auch, wie ihre Leselust Teil ihres Bloggerdaseins wurde. Das Buch ist direkt beim homunculus verlag oder bei allen üblichen Buchhändlern erhältlich oder bestellbar. Für Leseratten das ideale Geschenk!

Wer in Berlin wohnt oder sich am 18. März (dem Indiebookday 2017) dort aufhält, kann in der Chocolaterie & Buchhandlung Fräulein Schneefeld & Herr Hund in der Prenzlauer Allee 23 ab 19 Uhr bei der Release-Party dabei sein. Buchfreilassung, Lesung, Gespräche, Schokolade und ein wenig Musik. Alles in entspannter Atmosphäre. Anmeldung erwünscht, Eintritt 5 Euro, alternativ ein Buchkauf (was den Eintrittspreis für Büchernarren quasi auf Null setzt – denn wer verlässt eine Buchhandlung schon gern ohne Buch?).

Mit der Veröffentlichung von Warum ich lese – 40 Liebeserklärungen an die Literatur beginnt der homunculus verlag Ende März übrigens eine Kampagne zur Bedeutung des Lesens. Sie beinhaltet unter anderem eine Plakataktion sowie eine Zusammenarbeit on- und offline mit der Stiftung Lesen. Aktuelle Infos zur Kampagne gibt es auf facebook oder über den Verlags-Newsletter. Buch und Kampagne – eine hochspannende Sache!

IF MAGAZIN

Das IF MAGAZIN FÜR ANGEWANDTE FANTASTIK erscheint seit 2014 etwa alle neun Monate und hat es inklusive Nullnummer inzwischen auf fünf Ausgaben gebracht. Höchste Zeit für mich, das Magazin näher vorzustellen, zumal in den nächsten beiden Ausgaben jeweils eine Story von mir erscheinen wird.

Ich zitiere einfach mal die Selbstvorstellung aus der Nr. 1: Das IF ist fantastisch, angewandt in Sprache und Schrift, in Gedanke und Bild, in Theorie und Erzählung, im Gespräch und im Traum. Für dieses Magazin heißt das: Weird Fiction, Science Fiction, Horror, Fantasy und Philosophisches, Metamäßiges zum Thema Fantastik (Interviews, Reportagen, Glossen und Kolumnen, Tiraden, Essays), was immer uns von Ausgabe zu Ausgabe der freie Geist und die Phantasie unserer Kreativen bescheren. Es geht um Glamour im Sinne von Magie, es geht um Freiheit im Sinne von Kunst und Relevanz, es geht um die Möglichkeit des Geistes, die Wirklichkeit zu gestalten und um die Wege, Umwege, Holzwege und Schleichwege der Macht der Fiktion. Angewandt und illustriert, von Autoren und Illustratoren, die gewillt und fähig sind, auf den unbewussten Strömen des Wenn und Als-Ob zu reiten und deren Wesenheiten ans Licht zu bringen.

Meist beschäftigen sich die Ausgaben mit bestimmten Phantastik-Themen (mir liegt die Schreibweise mit „Ph“ immer noch mehr als die neuhochdeutsche mit „F“ …). Die aktuelle Nr. 4 setzt sich z.B. mit Sword and Sorcery auseinander. Neben Storys von Ulf R. Berlin und Simon Heiser gibt es einen Romanauszug von Tobias Reckermann. Und dann natürlich die Übersetzungen zweier Erzählungen von Alistair Rennie, die im Original in Weird Tales und der Anthologie The New Weird, herausgegeben von Ann und Jeff VanderMeer, erschienen sind, und die später zum Roman ausgearbeitet wurden. Rennie wurde auch interviewt und steuerte einen Genreessay bei. Daneben gibt es Leseempfehlungen und jede Menge erstklassige Illustrationen, die hauptsächlich von Jonathan Myers und Shane Cook beigesteuert wurden.

In der nächsten Ausgabe geht es um ein Thema, das seit Jahrzehnten im Comic-Bereich und seit etlichen Jahren auch im Film Erfolge feiert: Superhelden. Dazu ist von mir eine Kurzgeschichte enthalten. IF MAGAZIN #5 erscheint voraussichtlich Mitte April.

Lauerposten

Ist das nun ein echter Vogel oder nicht??? Na ja, wenn er aus dem Glaskasten rausfliegt, gehört er der Katz!

Blogjubiläum: 10 Jahre „Schreibkram & Bücherwelten“

Im März erscheint das Buch Warum ich lese – 40 Liebeserklärungen an die Literatur, ein Bloggerprojekt, das von Sandro Abbate angeleiert wurde und vom homunculus verlag herausgebracht wird. Darin schildern 40 Blogger, wie sie zum Lesen und Bloggen gekommen sind. Für mich bringt das auch die Erkenntnis, dass mein Blog Schreibkram & Bücherwelten in diesem Monat seit zehn Jahren besteht – zwar mit einigen Unterbrechungen und „Tapetenwechseln“, aber immerhin.

Zum Bloggen kam ich, als ich eigentlich eine Autorenhomepage einrichten wollte und nach einer geeigneten Plattform dafür suchte. Ein Blog bot alles, was auf meinem Wunschzettel stand, und darüber hinaus noch vieles mehr, an das ich gar nicht gedacht hatte. Da ich mich auch davor schon in diversen Foren gern über Bücher und das ganze Drumherum ausgetauscht hatte und eine Homepage ja eher eine statische (und somit tendenziell langweilige) Angelegenheit ist, begann ich im Jahr 2007 also, über alles zu bloggen, was mit dem Schreiben und Bücherlesen zusammenhängt: eigene Veröffentlichungen sowie Buchbesprechungen und -empfehlungen, vor allem aus den Bereichen Phantastik und Krimi. Dazu kommen gelegentlich Ausflüge in die Welt des Films (überwiegend Literaturverfilmungen), außerdem besteht meine Katze darauf, hin und wieder in Erscheinung zu treten (und sie kann sehr überzeugend sein).

Angefangen hat alles im damals relativ neu eingerichteten Blogger-Bereich des SF-Netzwerks. Zu Beginn war das also noch sehr forenorientiert und somit weitgehend forengebunden. Seit 2011 ist mein Blog bei WordPress beheimatet und hat auch dort sein Erscheinungsbild mehrfach geändert:

Schreibkram & Bücherwelten 2008, SF-Netzwerk

Schreibkram & Bücherwelten 2010, SF-Netzwerk

Schreibkram & Bücherwelten 2011, WordPress

Schreibkram & Bücherwelten 2013, WordPress

Schreibkram & Bücherwelten 2015, WordPress

Die Krone der Sterne

Ein weiteres Buch des neuen Phantastik-Verlages FISCHER Tor: Die Krone der Sterne von Kai Meyer wird nicht als Science Fiction beworben, was aufgrund des Settings naheliegend wäre, sondern als Space-Fantasy voller Dramatik, Action und Magie. Aber das passt ganz gut, denn der Roman erinnert eher an fantasy-angereicherte SF wie Star Wars oder Frank Herberts Der Wüstenplanet als an Hard-SF wie etwa Robert Charles Wilsons Spin-Trilogie oder Star Trek.

die-krone-der-sterneDas galaktische Reich Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Baroness Iniza wurde auserwählt, Braut der Gottkaiserin zu werden. Doch das möchte sie auf keinen Fall, denn die Bräute der Gottkaiserin ereilt ein schlimmes Schicksal. Hauptmann Glanis, der sich als Inizas Liebhaber entpuppt, will ihr bei der Flucht helfen, aber die misslingt. Der Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern mischen sich ein, und bald stellt sich heraus, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Auch wenn die vier in der Not zusammengeschweißt werden, weiß Iniza nicht, wem sie vertrauen kann und wem nicht, zumal weitere zwielichtige Gestalten auf der Bildfläche erscheinen.

Ich hab ein bisschen gebraucht, bis ich in den Roman reingekommen bin. In den ersten Kapiteln wechseln sich Actionszenen mit vielen Erklärungen zur Welt und zum Hintergrund (teils im Erzähltext, teils in den Dialogen) ab – diese Mischung hat mich wohl etwas erschlagen. Aber nachdem so halbwegs absehbar war, wer wer ist und was wer vorhat, und somit zur Action auch mehr und mehr Handlung und Hintergrund hinzukam, las sich das Ganze immer unterhaltsamer und spannender. Außerdem werden die Charaktere interessanter, je mehr man darüber erfährt, wie sie ticken. Vergleiche zu Chris Woodings Weltraum-Piraten oder der Crew der Firefly sind durchaus angebracht.

Kai Meyer wollte explizit keine Hard-SF schreiben, sondern eine klassische Space Opera bzw. farbenfrohe Abenteuer-SF, die sich nicht um wissenschaftliche Erklärungen kümmert. Vorbilder dafür waren vor allem Science-Fiction-Filme, die er in seiner Kindheit und Jugend gesehen hat: Star Wars, Kampfstern Galactica, Buck Rogers, Star Crash usw. (Filme, die mich – nebenbei bemerkt – damals auch begeistert haben und denen auch für mich eine große Portion Nostalgie anhaftet). Die Action dominiert, im Prinzip erstreckt sich die Handlung des Romans im Wesentlichen auf Inizas abenteuerliche Flucht, die durch Informationen zum Weltenbau und zu den zahlreichen Figuren und deren Geheimnissen aufgelockert wird. Die Flucht-Story kommt zu einem Abschluss, aber einiges bleibt am Ende offen. Inzwischen hat Kai Meyer angekündigt, dass mindestens noch zwei Fortsetzungen erscheinen werden.

Zu einem Kleinod für die Büchersammlung wird Die Krone der Sterne durch die tolle Aufmachung: Schon das Cover ist mit seiner goldenen Gestaltung ein Hingucker, und mehrseitige Illustrationen zum Einstieg sowie kleine Vignetten zu Beginn jedes Kapitels von Jens Maria Weber zeigen, dass man aus einem Papierbuch fürs Sammlerauge deutlich mehr herausholen kann als aus einem rein funktionalen eBook. Auf Webers Internetseite lassen sich viele seiner Illustrationen bewundern – reinschauen lohnt sich!

Fensterln

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So macht das Fensterln keinen Spaß – die Scheibe müsste
mal wieder geputzt werden! Grrrrrr!! Freiwillige vor!!!

Weggetaut

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