20.000 Meilen unter dem Meer

Und nochmal Retro-Style: Seit einigen Jahren bin ich dabei, meine DVD-Sammlung um Klassiker zu ergänzen, die ich mal auf Video hatte, aber mangels Videorekorder schon seit längerem nicht mehr anschauen kann. Es fehlt noch einiges, aber wie heißt es so schön? Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Im SF-Genre hab ich unter anderem Die Zeitmaschine (1960), 2001: Odyssee im Weltraum (1968), Planet der Affen (1968), Lautlos im Weltraum (1972), … Jahr 2022 … die überleben wollen (Soylent Green, 1973), Westworld (1973), Phase IV (1974), Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan’s Run, 1976), Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977), Kampfstern Galactica (1978) und natürlich die remasterten Reihen Alien, Star Wars und Star Trek.

20.000 Meilen unter dem MeerAktueller Neuzugang ist der Jules-Verne-Klassiker 20.000 Meilen unter dem Meer, mit dem mich in mehrerlei Hinsicht Erinnerungen verbinden. Erstmals gesehen hab ich die Disney-Produktion aus dem Jahr 1954 irgendwann im Sommer 1976. Das weiß ich deswegen noch so genau, weil im Vorprogramm ein Trailer der 76er Neuverfilmung von King Kong gezeigt wurde. Diese Vorschau fand ich im zarten Alter von neun Jahren (Trailer und Hauptprogramm waren eigentlich erst ab 12 …) ebenso aufregend wie den gesamten Zweistundenfilm, zumal ich beides auf einer respekteinflößenden Riesenleinwand sehen dufte. 20.000 Meilen unter dem Meer und einige Monate später King Kong waren die allerersten „großen“ Filme, die ich überhaupt im Kino gesehen habe. Davor waren es nur Märchen- und Zeichentrickfilme. Irgendwie haben mich diese Filme wohl geprägt und mein Faible für die Phantastik allgemein sicherlich gefördert.

20.000 Meilen unter den MeerenAm stärksten hat mich damals wohl der Kampf der Nautilus-Crew gegen den Riesenkraken beeindruckt (ein Monster wie Kong …), den man auch heute noch gut anschauen kann. Stunt- und tricktechnisch hat er etlichen Filmen aus den Sechzigern und Siebzigern noch einiges voraus (und Unsummen verschlungen, nebenbei bemerkt). Aber auch die Nautilus und der ganze Look des Films sind immer noch sehenswert – transportieren sie doch das, was einem wohl vor Augen schweben würde, hätte man die Verne-Bücher gelesen, bevor man die Verfilmungen gesehen hat. In meinem Fall war das andersrum. Auch In 80 Tagen um die Welt und Reise zum Mittelpunkt der Erde hab ich erst gelesen, nachdem ich die Filme in der Flimmerkiste gesehen hatte (was natürlich kein Vergleich zu einer etwa 15 Meter breiten Leinwand war). Nicht selten waren es damals Filme, die mich zum Lesen gebracht haben. Die Buchfassungen waren stark gekürzt, was ich aber erst sehr viel später erfahren habe. Für einen jugendlichen Leser war das auch angemessen, denn in der rund 600 Seiten langen Originalfassung von 20.000 Meilen unter dem Meer finden sich immer wieder lang(atmig)e Passagen über die Weltmeere sowie deren Flora und Fauna, die mich damals wohl davon abgehalten hätten, den Roman zu Ende zu lesen.Nautilus und Nemo Später hab ich mir allerdings eine Edition der wichtigsten Verne-Werke aus dem Fischer-Verlag zugelegt, die nicht nur die Originalfassungen, sondern auch die Originalillustrationen der französischen Ausgaben beinhaltet. Wenn man diese Schwarzweißillus betrachtet, fallen die Ähnlichkeiten zum Disney-Film immer wieder auf, auch wenn Vernes U-Boot-Version deutlich schlichter war.

Für mich hat der von Richard Fleischer 1954 in CinemaScope (damals noch ein ganz neues Verfahren) in Szene gesetzte Streifen also einen hohen Nostalgiewert, darüber hinaus bietet er eine gelungene Umsetzung des Stoffes mit einem glänzend aufgelegten James Mason in der Rolle des Kapitän Nemo.

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