R.I.P. Wolfgang Jeschke & Christopher Lee

Einer der ganz Großen der Science Fiction im deutschsprachigen Raum ist abgetreten: Wolfgang Jeschke. Er starb gestern im Alter von 78 Jahren in München, wo er beim Heyne Verlag jahrzehntelang die deutsche SF als Herausgeber mitgeprägt hat. Außer ihm haben noch viele andere hierzulande dem Genre ihren Stempel aufgedrückt, aber wenn ich einen einzigen Namen nennen oder herausheben müsste, würde ich ohne zu zögern seinen wählen.

Ich hab keine Ahnung, wie viele Romane und Anthologien ich gelesen habe, die über seinen Redaktionstisch gewandert sind, glaube aber nicht, dass irgendein anderer Herausgeber, auch in anderen Genres, diese Zahl erreicht (vermutlich nicht einmal annähernd). Im Teeniealter bekam ich die ersten Taschenbüchlein mit dem schwarzen Buchrücken aus der Heyne-SF&Fantasy-Reihe von meinem Onkel zum Lesen,Der letzte Tag der Schöpfung darunter war einer meiner damaligen Lieblingsromane: Die vergessene Welt von Arthur Conan Doyle. Später hab ich auch die meisten der von Jeschke selbst verfassten Romane gelesen (Der letzte Tag der Schöpfung liegt aktuell auf meinem Wieder-mal-Lesen-Stapel ziemlich weit oben), zudem viele seiner Erzählungen. Für sein Werk erhielt er regelmäßig die beiden wichtigsten deutschen Genrepreise, den Deutschen Science Fiction Preis und den Kurd Laßwitz Preis; zuletzt wurde er 2014 für seinen letzten Roman Dschiheads mit beiden Preisen ausgezeichnet.

Vor allem die Storys aus seinen Anthologien brachten mich dazu, neben Horrorgeschichten auch SF zu schreiben. Leider hatte ich nie persönlich Kontakt zu Wolfgang Jeschke – als ich begann, Storys zur Veröffentlichung einzureichen, gab es diese Heyne-Anthologien nicht mehr (ein sehr großes LEIDER, denn die Siebziger- bis Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts müssen für Storyautoren in Deutschland geradezu paradiesisch gewesen sein im Vergleich zum einundzwanzigsten Jahrhundert).

Ich weiß, dass es Wolfgang Jeschke in den letzten Jahren gesundheitlich alles andere als gut ging, was ihn auch zwang, deutlich kürzer zu treten. Die näheren Umstände seines Todes kenne ich nicht, vielleicht war es für ihn letztlich eine Erlösung. Möge er in Frieden ruhen. Gestern war für ihn der letzte Tag, vergessen wird er ganz bestimmt nicht.

Und nachdem ich das gerade geschrieben habe, lese ich, dass bereits am vergangenen Sonntag Christopher Lee im Alter von 93 Jahren in London verstorben ist. Dracula, Dr. Fu Man Chu, Sherlock Holmes, Scaramanga, Rochefort, Alquazar, Saruman, Count Dooku … R.I.P. Sir Christopher Lee.

Traurige Woche, echt. Aber na ja, irgendwie sind beide unsterblich, auf ihre Weise.

2 Antworten zu “R.I.P. Wolfgang Jeschke & Christopher Lee

  1. Habs gerade erst gelesen und bin noch ziemlich geschockt. :-( Immerhin ein gesegnetes Alter für Christopher Lee. In seinen 250 (!) Filmen ist er unsterblich. Vor 2 Jahren ist sogar noch ein Metal-Album von ihm erschienen. R.I.P.

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